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Schmollen


Obszön aufgeworfen
die Lippen der Rose
mit ihrem Stempel wirbt sie
um die begattende Biene

die eindringt in sie tief

Roteszorne Frucht der Hagebutte
verliert die schwellende Rose
zuvor ihre Süße, den Duft.

Nackt steht die Frucht
zu säen Äonen

von schwülstigen, quellenden
amourösen Rosen.



Was willst Du werden


Was willst Du werden
Was willst Du werden
Was willst Du werden

Du wirst es nicht.
Weil du Mein Kind bist.

Mein eingeborener Sohn.

Was willst Du werden

bis das Kind zerbirst
sammelt seine Scherben
sammelt sein Verderben

Du wirst es nicht.
Ich komme nicht.

Dein Wille
ist mir nicht Befehl.

Gehe ich fehl,
dann gehe ich fehl.

Aber fehlen
werde ich Dir.

Denn Lieb zu sein
nicht mehr
ist so schwer

wenn

Was willst Du werden.



An diesem letzten Strand


An diesem letzten Strand

wechseln die Wellen des Lebens
die Farbe

der weiße Schaum schwärzt sich
Das Blau gräut.

Des Himmels Bläue
in schmutziges Weiß zerblasen.

Das Gras stirbt.
Der Fisch stirbt.

Selbst der Wind
wird sterben.

An der Grenze dieses Landes
am Verrinnen des letzten Sandes

laß ich Dich stehen.
laß ich Dich gehen.

denn als Idee
erkennst Du mich nicht.



Seht ihr die Wünsche nicht?


S
eht ihr die Wünsche nicht?
Nicht das Licht
zwischen den Zweigen?

Ahorn-Flügel, die steigen
im Sturm
in den Augen eines Kindes?

Am Ende des Windes
steht ein Windrad.

Am Ende des Kindes
das Augen hat

wird ein Mensch stehen.

Was für ein Mensch?

Wird er lieben?
Wird er mich Verlassen

Können?

Werde ich ihn

Lassen können?



Oberflächlich


Oberflächlich
ist die Liebe.
Sie zerbricht
wie Wasser
am Quai.

Oberflächlich ist die Liebe
das Wasser
bricht den Stein entzwei
dringt doch nicht ein.

zerreibt zu Sand,
und findet nicht

das Große Ganze
Das Innnenlicht.

Oberflächlich ist diese Liebe.

Sie trennt Wasser von Stein.



Ich liebe diese schwarzen Scherben


Wenn ich sagen würde
ich liebe diese schwarzen Scherben

ihren Rhythmus
die Symmetrieen

Wie Einstein Mathematik
belebte.

Liebe ich
diese schwarzen Scherben

deren Halt
das Schleifen
meiner Hand zerbricht.



Die kleine schöne Welt


Wir haben sie verloren
die kleine schöne Welt

Wir haben neu geboren
für buntes, lautes Geld

ein Straßensystem
eine Autobahn

um die ganze Welt.

Die kleinen Kurven gehen verloren
Sie wurden in Landschaft verplant.

Sie sind Landschaft gewesen
Jetzt rast über die Autobahn.

Wenn ihr nur Beamen könntet.
Ihr tätet es tun.

Ihr ließet die Landschaft
mit kleinen Kurven
engen Bahnen
im Schönen ruhn.



Reisen


R
eisen
wohin?

in ein neues Glück?
Welches?

Welches?

Das Glück eines anderen Menschen?

Wie er sein Leben treibt?
Was treibst denn Du?

Meine Füße tragen mich noch.

Doch Glück

habe ich auf Reisen

nicht gefunden.

Nur neue Schrunden.



Schreiben


D
iese Form


zu schreiben

wie ich bin
nicht bin
doch bin
anders bin

bin, bin, bin.

Nicht die große Welt.
nicht die großen dichter.

Nicht, was wichtig
nicht, was richtig.

nur ICH.

Wie will ich
für mich begeistern?

Begeistern, muß ich?

In meiner Zerrissenheit
ein Stich

ICH, ICH, ICH.


ich



leichter Tod


In den Stunden schwerster Not
wünsch ich mir den leichten Tod.

In den ach so leichten Stunden
lern das Leben ich zu lieben.

Wär doch beides wohl verbunden
Das Glück, es täte nicht zerstieben.



Wenn ich einmal bin


W
enn ich einmal vierzehn bin
darf ich Geld verdienen
länger wegbleiben

Wenn ich einmal sechzehn bin
darf ich sogar heirten
mit der Zustimmmung meiner Eltern

Wenn ich einmal erwachsen bin
darf ich meinen Führerschein machen

Wenn ich meinen Führerschein habe
Wenn ich ein Auto habe
Dann bin ich erwachsen

Wenn ich einmal eine Familie gründe
Meinen Stand vertrete
dann bin ich erwachsen

Ich bin erwachsen.
Ich bin ernst.
Ich bin seriös.

Ich bin alt, und sehe
daß all die Kinder
erwachsen werden

den Führerschein machen
ein Auto fahren
Kinder groß ziehen

vielleicht aus einem Krieg
zurückkehren,

der

begonnen wurde vor ihrer Geburt

Oder sie bleiben im Krieg

All die Kinder
die mit den Waffen

Räuber und Gendarm

spielen

sich gegenseitig
tot schießen

Meine Vorfahren
wurden nicht totgeschossen.

Nicht vor der letzten, entscheidenden
Stunde
Sekunde

der Zeugung
der Geburt

Überlebende der Liebe
des Spiel des Hasses
Der Macht der Feindschaft.

Mein Körper ist erwachsen geworden,
nun
fallen mir schon wieder die Zähne aus.

Kinder, wie die Zeit vergeht.

Wer hundert ist
hat 36.525 Tage gelebt

ist in all diesen Sekunden

erwachsen geowrden
erwachsen gewesen

Nun putzen sie dem Kind

wieder die Zähne

Sie ziehen ihm seine Kleider an

Fragen ihn, ob er nichts vergessen hat.

Denn ihrer ist das Himmelsreich.



Echo


Nur ein Echo bin ich
ein Schatten
ein Hauch von Rauch
auch



Bestimmt


B
estimmt der Schein das Sein
Entsteht das Sein aus Schein

Beherrscht er die Welt steinreich
Sein Herz reich aus Stein
so hart und klar

Vögel umlauern ihn.
Es sind Geier.

Er ist schon Geist
der Zeiger weist

die Zeit.



Da, wo ich nicht gehört bin.


D
ie Vögel singen,
die Katzen schnurren.

Wirbelnd flieht dahin der Inn.
Ach, die, die sind darin
möchten sie doch meine Freunde sein.

Die Sterne funkeln,
der Himmel bleut.

Die Sonne steigt, sie sinkt,
wie freut
das mich, mein Herz.

Ein halbes Herz, voller Schmerz
ungezogen, ungegossen,
verstrüppt und verdornt.

In der dunklen Seite des Monds
bin ich, den ich nicht kenne
zu leiden gewohnt

an der leeren Hälfte
die ungefüllt
weiter besteht

Träume sind nur des Nachts gewogen.
Das grelle Licht der grauen Wolken

fließt fletschend
in meine Vergangenheit.

Da, wo ich nicht gehört bin.
Da, wo ich nicht gezogen bin.
Da, wo ich nicht geliebt

und auf die falsche Art geliebt.

Der Sohn, das Lieblingskind
wie geschwind
saß das Kind auf dem Schoß
der dieses Blut vergoß

der die Hände anzog
darüber die Decke gezogen

wie sie nach der Lust der Männer grub

mich haltend.



doch wenn sie sprechen


E
in Gedicht
Fäden aus Zeit
Worte aus Blut
aneinander gereiht

nichts gegen
die wirkenden Silberfäden
im Sonnenschein

eines Tages

im Leben

was da geschieht
was niemand sieht

doch wenn sie sprechen
das Schweigen
es dichtet Zeit
zu Worten

wie ich sie nicht
kann schreiben.



Abzuholen


Im tiefen Gulag des nördlichen Sibiriens
Im südlichen Italien einer Kutsche nachgerannt
Westlich des großen Ozeans eine Münze geworfen
In Prag am Planetenrad gedreht

ist ein kleiner Junge geblieben
der an der verwaisten
Bushaltestelle steht,
wartet darauf,
abgeholt zu werden.



Zorica, Julia I


Hart schimmern die Stähle im Blättergrünlicht.
Die heimliche Ecke, sie birgt Dich nicht mehr
und die Küsse, die alles verheerten
was Zaubereien aus Worten nicht vermochten.

Die Schwelle zur Liebe wie eine Treppe in die Luft
der feuchte Graben des glitzernden Landschaftsbaches
in der Perspektive die Tiefe dehnende Flucht.

Kein Schluchzen, ein Schreien, ein Streiten
die Weiber wie ein Kranz sich reihten
Deine Attribute der Schönheit zu entreißen.

Der weiße König befahl die Flucht.
Zur Schlucht zog's mich nicht mehr,
doch ein letztes Schluchzen voll Hoffnung
trieb Dich in pechschwarzen Haaren her.

Der Bach floß nicht mehr.
Der Mond war dunkel.
Die Schiene endete
in Kieselklunkern.



für Ingeborg Strametz


Feuer Deiner frühlingsgrünen Iris
Die Glut Deiner wallenden rötenden Röte
Merkurid erstrahlten die weißen Wangen
im Feuer der Versuchung

Die Gabel im Heu, ganz ohne Streu
ohne Heben der süßesten Gaben
verzehrtest Du Dich
vor der Ewigkeit der nächsten
verbundenen Jahre

Der Endgültigkeit
der allerersten Liebe

wieweil der Dich gab
von Dir ging.



Zorica, Julia II


Du atmetest mich.
Du trankest mich
wie Ströme Worte
atemlosen Schweigens
des Neigens
Deiner weißen
Nackenflanken

In mich schüttest Du
viel Liebe hinein
umschlangen mich Arm,
umarmten mich Bein
und Atem und Trank

im Gehölz der Worte
der Lettern, der Ziffern
die Chiffren der Gesten
das Wittern der Hoffnung

Wir ritten sie nicht,
sie nicht.
Zu zerbrechlich fand Dich
das, was Du als mein Herz
umbandest.

Der Duft Deiner weißen Flanken
der Wolken, die mich
wie Atem anstrahlten
sie umfaßten mich

Im Stich, dich,
und andere



An der Kante der Liebe


An der Kante der Liebe
sich Körper berühren
Im weichen Streicheln
Sehnsucht anrühren

Ziehen mich in die Sucht
nach Wahrnehmung ein
ein Netz aus kleinen Gesten
die Gestalten vereint

Ein Schatten, die Liebe.
Noch ungesprochene Worte
verletzen, berühren,
verführen und irren
im Morde
durch Worte durch Worte
die Bestand nicht haben

vor dem Füllhorn
der Strahlen
Deiner braunen beiden
Augensterne

Pupille, und Iris,
ein Kuß, an der Kante
der Liebe
der Seele



Quanteneffekte


Wie selbstverständlich
Quanteneffekte
mein Leben gestalten.

Wie Licht Chlorophyll
Phononen zuleitet.

Moleküle falten
wenden und drehen sich
in endlos Gestalten.

Verwalten den Kern,
Orbitale und Spiralen
der Helix

die nimmermüd
Proteine durch RNA
hinspeit.

Noch mehr dieser Wunder.

Doch darin ein Gesicht
ein liebendes Lächeln

Ach, diese Sicherheit
über molekularen Flächen.

Die Tiefe, die der Körper
nie erreicht.



Lichter der Bäche


Der Himmel im Baum.
Rot, blau, grün und braun
die Flecken der Wolken
verhangen in Ästen

Wie die Sonne sinkt
die Blätter fallen
Die Schatten der Wolken
Repitieren der Gestalten

Im Blätterwirrwarr.
Weiß nicht, ob Himmel
ob Baum oder Fläche
Sinkende Sonne
Lichter der Bäche

ihrer letzten Strahlen.



Fehltritt


Am Rande der Feuer
spielten Kinder Himmel und Hölle
Ein Fehltritt, der
einen Neuanfang versucht.



Ihr Kinder der Asche


Ihr Kinder der Asche
Ihr die im Fegefeuer
der haßgeliebten
Stadt die mich liebte
verdarb und verwarf

Mit Euren Augen
war ich auf Augenhöhe
dieweil die Knochen
zerbarsten
Der Samt Eurer Haut
verdorrte
Die Haare zu Asche
zerblasen

im Fegefeuer
der Bomben

Mit Euren Schatten
war ich auf Augenhöhe

Die Münder sie formten
Wortgestalten
im Regenbogen
der fauchenden Flammen
die Stein zerschmolzen

Ein Wind weht Euch davon.
Mich auch, der der Zeit.

Weit
bin ich jetzt.

Nicht weit, zuletzt
haben Eure Schatten
doch zu mir gesprochen.



der mich betrügt


Dieser Herbst
der mich betrügt
jedes Blatt
das mich belügt
um die fallende Stille

die ein Laubbläser killt

Er betrügt mich um die
warmen Sommertage
Er verführt mich
um die Winterfrage



Das Wesentliche


J
ede Grenze ist der Rain eines Feldes,
bestellt von eines Bauern Hand.

Jeder Stadtrand ist ein Zaun, um einen Garten,
verschönt durch eines Bürgers Verstand.

Niemals erreicht die Hand eines Führers
diesen kleinen Rand.

Immer pflegt ein einfacher Mensch
den Rand, die Grenze, das Land.



Hassen lernen


Hassen zu lernen ist ja so leicht
Lieben zu lernen oft erst nach Leid

Haß schafft den Boden für das Urböse
schreibt seine Zeilen heiß ins Gekröse



Goldener Zwerg I


Der Film hat den letzten Krieg so schön gemacht.
Er hat die Kanonen nach vorne gebracht.

Der Ton war Knall, Widerhall und Echo.
Das Schnurren des Bandes war lau.

Fauchen, und schreiende Stalinorgeln
fassen Bauernbuben an die Gurgeln.

Dies sieht die Kamera.
Der Film - zeigt es nicht.

In den Städten da tanzen schon
die Bomben auch am Bombodrom

Müde Tänzerinnen verbreiten
ein zierliches Licht.

Die UFA - ein unbekanntes Film-Adjektiv
richtet die schiefen Bildkanonen wieder auf.

Während der Techniker an der Wolga verreckt.

Aufgesteckt, Gerührt und Aufgemerkt:
Der Riese aus Ton ist ein goldener Zwerg.

So schwach erscheinen seine Worte
angesichts vergangener Morde.



Goldener Zwerg II


Seine Vorväter haben den letzten Krieg
nicht betreten.

Verlegen erwäge ich verwegen
ob der eine nicht doch.

Ein Zwerg, töpfern doch, meine französische Hand.

Meine tschechische, linke, verließ das Vaterland
zu den deutschen Freunden

während in Schönlinde deutsche Soll-Taten
ihre Fahrzeuge verbrannten.

Der goldene Zwerg verschlief die Zeit im Zug
als die Soldaten Barbarossas
nach Schmuggelgut fragten.

Der goldene Zwerg kam furchtlos zum Zug
bis er den Halt verlor.



Manisch


Einmal darf ich manisch sein.

So wie die andern.

Dann sperren's mie wieder ein.

Damit ich wieder werd.

So wie die andern.



Sitzen geblieben


Von Bildung getrieben
bin ich Sitzen geblieben.

Ich liebte die Bildung und saß nochmals nach

Bis ich die Bildung ganz vergaß.

Meine Mutter steckte mich in die Wirtschaft
während ich mich um Landkartenvergrößern übte.

Dann paukte ich mich in Stenografie und Tipperei hinein
Saß brav in der Schulbank. Trug Zeitungen aus.

Hotel California - kein Weg führt hinaus?

Der Schalk der Irren
führte mich fort.

Das Landkartenvergrößern verlasse ich.
Liebe die eine Kurve des Inn.

Die gab meinem Leben echten Sinn.



Einsamkeit berührt mich nicht


Einsamkeit berührt mich nicht.
Einsamkeit, die spüre ich
spüre sie auf.

Sperre sie auf
Laß ihr den Lauf

den ich Ihr gewähre
oder auch nicht.

Alleine auf diesem Planeten
bin ich doch der einzige
der mich von innen kennt.

Die Zeit rennt.
Sie rennt
um mein Leben.

Wie eine Glaskugel
mit Süßigkeiten gefüllt

leere ich sie

bis nur das Glas
noch reizt.

Am Ende meiner Zeit
erwache ich neu
zu einer Motte

oder mehr.

Mehr? War das nicht schon genug?



Zivilisation


Macht über Menschen.
So funktioniert Zivilisation.

Menschen
auf Funktionen reduziert.

Wenn diese ganz ungeniert
ausbeuten, ausgebeutet werden.



So leicht


So leicht ist diese Welt
sie schwebt in uns
verleiht uns Flügel

Die schwere Schaufel heben andere
Die Nachtschicht betrifft uns nicht
Keine Wunden zu versorgen

Keine zu erleiden

Weiß ich nicht, was richtig ist?
Mein Lebenslicht
läuft ab wie Öl einer defekten Lampe



Heroisch


Das heroische in mir
faßt Fuß so Schilf
in einem Sumpf
aus brauner, dumpfer Trübnis

Rot der Wein in meinem Kopf
den ich so selten trunken

Die Soße läuft in dunklen Stunden
halb entleerte Träume hinab

Die Kröte, gewarzt und vergiftet
frißt an meinem Seelenbalsam

der Liebe

die ich so

oder nicht

empfinde



Zeit


Zeit

durch die die Reise
reißt
zerreißt

Haut in Falten

geliebte Bilder
die schwinden

Ich glaube nur
was ich sehe

Ich glaube nur
was ich vergesse

Sehen
ist meine Erinnerung



Keine Frucht


Keine Frucht wirft der Boden
leergefegt, versäuert, grau

Nur Staub treibt der Wind
in wilden Spiralen
wo keine Falter sind

Keine Frucht

nur leere Gedanken

In Schichten
schwindet das Kind

schindet den Boden
der geleert von Träumen,
ohne Sinn



Was sind wir Narren


Was sind wir Narren
langen an unsere Nasen
fassen ins eigene Gesicht

Eigenes Gesicht?
Es gehört uns nicht,

nein, der Zeit,
die nicht
aus unseren Visagen weicht

Ich bin ich bin ich,
sagt mir der Spiegel

der da lügt über die Zeit
die der wahre Spiegel sei.



Dein Kind träumt


Wenn Du denkst
Dein Kind träumt

dann träumt es seine Wirklichkeit
es träumt sein Leben

Reißt Du es in Deine wirklichkeit
bestimmst sein Leben

tötest Du die Träume
das Leben eben.



Katastrophen


Wo sind die Vulkane,
die ihre Bomben auf mich schleudern?

Wo die Erdbeben,
die den Boden unter meinen Füßen öffnen,
mich zu verschlingen?

Wo sind die Tsunamis,
die mich von der Erde löschen?

Wann schickt ihr mir die Meteore,
die mich zerreißen,
in Asche zerstäuben?

Welches Armageddon brauche ich,
damit mein Unglück endet?

Wo habt ihr es verborgen,
ihr bösen Geister?

Mein Ende, das dieses Grau finalisiert?



Ewigkeit


Solange hat diese Erde
ihre Geheimnisse
intakt bewahrt.

Mit jedem Tag lüften wir mehr
dieser unzerbrechlich aufbewahrten Geschichte.

So vertraue ich auf diese Ewigkeit
freue mich an Tages, Nachte Lichte.


Wieder einmal


Wieder einmal kommt der Wahnsinn über die Menschen
Schlägt ihre Köpfe, aneinander, bis die Kochtöpfe
sich leeren und die Mägen voller Hunger sind.


Es geht ein Grauen durch die Welt


Es geht ein Grauen durch die Welt.
Das Grauen heißt nicht: Geld!
Es heißt Erfolg. Es heißt Schönheit.

All diese Narreteien,
deren Vermittler dreien
ist das Geld.

Doch der Urgrund ist nicht der Glaube
an diese edlen, schönen Dinge
die man doch jedem zugesteht
oder stets anneidet.

Es ist der Zweifel an sich selbst.
Es ist der Glaube, daß alles zu
erreichen sei

bis in die letzte Wimper.
bis in den letzten Schnitt
über das Herz
in den Busen
ins Gemach.

Ich bin, ich bin, ich bin
laß uns reden, welchen Sinn

die Piercings machen.
Die Ziernarben, Cuttings genannt.
Die Verlängerungen, Kürzungen

Das Totspritzen
des eigenen Gesichts.

Wie verliert man sein Gesicht?
Hat man eines?

Warte: noch beherrschen sie nicht
den korrekten Hirnschnitt.

Noch greifen von außen
Glücksdrogen
in den Limbus ein.

Dort, wo das kleine Kind wohnt

Doch, sicher,
sie werden auch diese Schnitte noch schaffen
sie werden auch noch diese Schnitte legitimieren.

Sie werden neuronale Erweiterungen aus Silizium
anbieten
daß das Gehirn stimuliert sei
daß das Gelernte schneller erfaßt wird.

Daß ein Scanner - kein Freund!
dich sofort erkennt.

Tippe "freund finden" bei google ein.
Deine elektronische Lebenserweiterungen
Blackberry, I-Phone, undsoweiter
leiten Deine Freunde
leiten Deine Feinde

Alle, die Dir nichts Gutes wollen

das Leiden zu.

Doch ich bin sicher:
vor dem Schnitt ins Gehirn
wir haben's ja schon,
Test im Uterus auf Behinderung
folgt der ins Genom.



Der schöne Schein


Was lehren uns die Augen?
Was leeren sie uns?

Die schönen Farben,
die schönen Flächen.

Das Gekringel der schwarzen Buchstaben auf

weißem Papier

elektrodengeschleudert
pixelverschaltet

Die graue Masse ist träge geworden

Ich denke:

Drogengesteuert ist die Wirtschaft.
Gedopt sind die Manager, die "Leader".

Dabei sind ihre Ideen
für unsere Zukunft

schwer wie Blei.



Riß


Es gibt einen Riß in der Zeit:

Gewalt.

Es ist das zerrissene Frauenkleid
es ist die malträtierte Kinderseele

Es ist die Kugel im Soldatenleib
Es ist die Kugel für Drogen.

Interruptionen
des normalen Ablaufs.

Ziehen wir uns zurück in
die gehobeneren Viertel

überlassen wir den Riß
überlassen wir das Leid

den Zerrissenen.



3. Potenz


Emotionen

sind nicht kalkulierbar.

Alkoholiker

sind nicht kalkulierbar.

Emotionen und Alkohol

erheben die Unvernunft

in die 3. Potenz.



Weltliteratur


W
as ist heute Weltliteratur?
Was ist sie, angesichts der Natur
des Internets?

Des Twitter-Facebook-Geschwätz?

Tiefgründiges? Alltägliches?
Unerträgliches?

Tauschen wir hier wirr
das Gedankenverirr

von Verbrechern?

Trauen wir

Weltliteratur.

Einst war sie das Reisen des Geistes
in die Regionen eines Unerreichbaren

nur mit Papier.

Heute können wir alles erreichen.
Es entstehen immer mehr Geistesleichen

aus grauem Papier.

Marschieren wir, die Reichen
in die Träume der Maler

des Jugendstils, des Art Dcot (hier ausbessern) -----------------------------------------

der verschiedenen Ausdrucksweisen
von Pinseln

zur Wirklichkeit
des blauen Lichts der Sonne?

Stöbern wir in Katalogen
in Reise-Sites

nach dem Unmöglichen

mit allen Vorteilen unserer heilen Welt
in der zerstörten armen Welt des
Reise-Weltreiches

Die Illusionen.



Fromm


Wie fromm sind wir.
spannen uns ins Geschirr

der Kathedralen

des Wohlstandes.

Stylisch.

Was teil ich nicht

mit wem?


Schon immer war der Glanz der Dinge
der Antrieb zur Versklaverei.

Wir fühlen uns dabei frei.

Nennen wir es heute Fortschritt?
Bildqualität? Dolby Surround?

Zum Angeben gestaunt?

Was wir für die anderen tun, ist wichtig.
Die einen tun dies für Geld.

Die anderen

helfen der Welt.



Zu lieben


Verboten, zu lieben
Lieben, nur die eine.

Verboten, zu begehren
Begehren, nur die eine.

Erlaubt, zu verantworten
Verantworten, nur die eine.



Simone


Simone,

verschwunden

in der Wirklichkeit der deutschen Lande.

Wo ich Dich fand?
Wie ich Dich finde?

Mein Unwunsch: Unmoral.

Nur nicht mutig genug.

Dann, nicht genug für Dich.

Bundeswehr? Wär ich dann mehr,

Wie Du sagtest, Simone?

Dein Traum, eine feste Bindung.

Wie Du mir von Deinem Geliebten erzähltest.

Der Ort im Erzgebirge,

Die Kleidung, innen nach außen aufgehängt.

Der Schmutz in der Luft,

Deine Haut, wie der Duft

einer kleinen Rose.

Meine Hände, die fanden

Deine Grenze.

Doch mich wie ein Kater
neben dich legen
anschmiegen

Das mochtest Du doch.

Geblieben

sind nur Dein Silberblick.

Deine lächerliche Leichtigkeit.

Mein Sehnen nach Dir.

Wohin, Simone, mit Dir?

Du fehltest mir.



Knoten


W
eiso diese Knoten

in meinem Denken

Zerschlagen, Alexander, würde ich sie

meine Welt zu erobern.

Blockaden, einfach zu sein.

Einfach, ist doch nicht schwer.

Doch, doch, sehr.

Wovor beiße ich die Zähne zusammen
bis sie brechen?

Ihr habt mich gebrochen,
doch breche ich nie.

Ich beuge mich, beuge sie

die ich nicht sein wollte wie sie.

Wie sie, die zusammen gröhlten
auf die Kleinen nöhlten

Drei Ausgänge hatte die Schule,
nur einen Pausehof.

Doof

versammelten sie sich zum Prügeln

Meine Zügel

gab ich nicht an sie

Bezahlen in kleinen Raten

Bezahlen in kleinen Scheinen

Dauerhaft, Dauer Haft.

Weil sie



Die Liebe


Die Liebe

findet nicht zu Dir.
Sie findet Dich,
doch
Du weißt es nicht.

Die Welt winkt mit tausend Geschenken
Sie winkt mit dem großen Geld.

Für diese Liebe tust Du alles

doch nicht für die

die Dir gehöre

für alle Zeit.

Das Geld enttäuscht.

Die Geschenke verrauschen.

Die Zeit verrauscht.

Dann

lauschst Du auf die Erinnerung

Sie silbert wie Sinn.



Merlin


Merlin

Weißt Du
daß Du die Türe schließst

Die mir die Träume öffnet?

Meine Augen sind weit auf

Wie Bäche springt das Gefunkel

in mein Sein

Es braucht nur Wasser, Merlin.

Und viel Zeit.

Die diese Welt nicht hat für mich.

Gute Nacht, Merlin.



Knoten


Die Knoten, die die Zeit uns knüpft
Das Leben, oder wie wir diesen Glanz nennen
Wir halten uns an ihnen fest.

Ob das uns nützt? Ich weiß es nicht.
Das Geschehen ist nur ein Abglanz vom Knoten selbst.

Hätten wir diese Knoten nicht,
wie reich wir wären.

Doch wüßten um den Reichtum wir

nicht.

So haben wir gelernt, die Knoten zu zählen.



Süßer Apfel


So süß der Apfel Erinn'rung schmeckt
fünf Kerne sind in seinem Haus versteckt.

Deine mandelförmigen Augen, Simone,
welches Auge

Doch die Mandelbitternis

behältst Du für Dich.



Erinnerung Würzburg


Wie eine Tagesfliege
summt meine Erinnerung
durch die Auen des Mains.

Wie ein Sternenfunkeln
leuchten die Schwingen
des startenden Schwans.

Im Sternengefunkel
fallen Myriaden
von Flor

auf die Friedensbrücke.



So schnell


Die Zeit vergeht so schnell.
So schnell, wie wir
den Krug füllen,
leert er sich.

Meine Hand an der sprudelnden Quelle
reicht m)r darin Sterne im Licht.



Zeit und Kinder


Zeit und Kinder
mein ganzer Reichtum

so sieche wie ich bin

Haben zwei meiner Schwestern
ihr Leben im Sinn.

Unerreichbar die Sterne
ich verschenke sie

Sie wollen sie nicht, sie sehen sie
doch zu erreichen - nie?

Mein ganzes Herz, mein ganzes Sein

Ich bleib für uns,
sie bleiben allein.




wie Wunder schön


Warum sind unsere Augen für Schönheit geschaffen?
Warum wollen wir damit das Übel angaffen?

Warum verstehen unsere Ohren Symphonien zu hören
wenn uns Schreie, Schüsse verstören?

Unsere Hände können wahre Wunder schaffen
unsere Stimmen den Himmel auf Erden bereiten

Warum soll es dann gerecht sein,
Schmerz und Zerstörung zu verbreiten?



Flip Flop


In Milliarden Flops

flippen die Züge
durch meine Rechner

erwärmen still
die Registerfächer

Becher um Becher
tröpfeln still

die

Sinneinheiten
die mein Schaffen begleiten



Don Quijote


Geduldig mahlen die Mühlen Mehle vom Korn
Sie mahlen vom Korn das Mehl vom Wind Zorn
Sie mahlen und mahlen, Quichote vergeht
weil er den Parzival, sein Leben, versteht
nicht zu leben. Zu meiden, die Sterne bereiten
wie ein Pulver im Streifen über den Himmelsstreifen

Die Sterne der Funken der Eisen der Rosinante
glimmen am Dorn des Sporensterns

In seinem Kopf fallen die Bilder wilder,
sie turnen ein eigenes Leben umher.

Die Träume, die Schilder, die unsere Laden
tragen, geschürft aus der Materie Zorn

In Quanten gefaßt und aufgespalten
umragen uns die Gestalten
der Gewalt am Baum und Atom.

Die Heerscharen fassen sich in bitteres Eisen
Bomben zerreißen Menschen sinnlos

Die Mühlen sie mahlen auch Knochen im Wind
Sie mahlen zum Soldaten ein Kind

Wie das Kind ging verloren, verloren der Sinn
bereiten wir den Schicksalszwirn.



Spuren


Zerreißen die Luft mit brüllendem Stahl
Vergewaltigen Flüsse in Turbinenqual

Zerreißen die Fasern leuchtenden Holzes
mit Schrapnellen, auf Ketten gereiht

Bündeln Nomaden der feuchten Wälder
in stählernen Fächern, gemolken, zerfleischt

Den bunten Hahn der indischen Wälder
seine Mätressen in Gittern aufgereiht

Zerplatzen die strahlenden Skarabäen
auf platzfestem Sicherheitsglas

Rasen durch Turbinen Gans und Schwäne
zerstäuben in Geschwindigkeit dahin

Wie sorgsam die Schnecke
ihre Spuren legt.



Die geheimnisvolle Pforte


Öffnet sie sich auch diesen Abend,
die Tür zum stillsten allen Glücks?

Das Sterben auf Zeit, nur ein Stück
vom Paradies der Schmerzlosigkeit?

Der Abschied vom Leben, der
eine schmerzlose Wiedergeburt verspricht?

Die Last des Tages trägt die Sonne
hinter den Horizont der fallenden Lider.

Die Lust zu stillen, zu erwachen wieder
wenn schon ein Kind im Bäuchlein sich regt?

Das Leben geht weiter, die Sonne sie wandert
bis am Morgen sie für neues Leben steht.



Nur ein Satz


Nur ein Satz entschied über Gehen und Bleiben:
"Wenn meine deutschen Freunde gehen, dann gehe ich auch."

Seine Mutter als Tschechin geboren, verbunden
mit der österreichischen Kaiserlichkeit - ein Feuerwerker.

Lange bevor Tschechien entstand und verging
und wieder entstand und verging und entstand

war es an der Liebe Geschichte zu schmieden
die fünf Kinder in Böhmenland fand.

Ein Revoluzzer in Prag gekämpft und gefallen,
mit Rudi Dutschke den Vornamen gleich.

Hermine, von deutschen Phantasiegestalten
zu sinnlosem Reden geführt

Nach Theresienstadt entführt, nachdem dort schon
die Knochen der des Ursprungs verbleichten.

Zwei andere? ich weiß es nicht. Ein Mädchen
schenkte mir sein Licht und drei Schwestern.

Das eigene Glück zu finden, nicht
das Unglück der Geschichte.

Doch sie bürdet mich, und sie quält
vielleicht drum schreib ich Gedichte.



"Um Kinder brauchen wir uns nicht zu kümmern."


Die Wirtschaft blüht.
"Um Kinder brauchen wir uns nicht zu kümmern."
"Die werden sowieso geboren."

Perfekt in die Konsumkultur hineingepaßt.
Sich mit der eigenen Schönheit an die Nase gefaßt.

Doch diese Schönheit ist unfruchtbar.
Furchtbar verwüstet sie die Herzen.

Was früher so einfach war.
Heute bereitet es manchmal Schmerzen.

Die Lebensplanung dehnt die Kinder
über die Vierzig hinaus.

Eltern sehen dann
wie Oma und Großvater aus.




Ich sterbe den Duft


D
ie stählernen Kolben
klopfen auf einen Kilometer
wahrscheinlich öfter
auf und ab

als ich ein Jahr in meinem Leben
dem Fahrrad meine Sporen gab.

Die stählernen Kolben
fressen die Luft.

Ich atme sie aus.

In jedem Moment
erlebe ich den Duft
der Kamille am Straßengraben.

Ein Schmetterling
weicht mir aus.

Einen Fuß setze ich ab
pflück eine Blume

finde mehrere
für einen Strauß.

Die stählernen Kolben
fräsen einen summenden Laut

in die Stille
der Sommerlandschaft.

Der Sinn dieses Lebens
hinter dem Steuerrad

sinngegeben

statt stille Einrast.



Zum Schreiben aufgewacht


Z
um Schreiben aufgewacht
für etliche Jahre

bläh ich in das Netz
das Falsche, das Wahre

Ein Zufall findet
diese Zeilen.

Die ich jetzt schreibe,
doch zum Verweilen

bleibt keine Zeit.

Es wartet das nächste
Gedichtegeläut.



wenn Sterne ins Leben aufbrechen


Wir können alles besser
als unsere Kinder.

Denn für sie sind wir ja da.

Es braucht für sie kein Prahlen.
Es braucht für sie das Sein.

Es braucht für sie die Liebe
Aber es zu zeigen?
Das Besser-Sein?

Dann lasten wir
Niederlage um Niederlage
auf die kleinen Schultern.

Bleuen ihnen Schuldigkeit ein?

Wofür, wozu,

wenn Sterne ins Leben aufbrechen

verdunkeln der Sonne Schatten
die Kinder in Form des Tieres?

Sie sind alles, die Zukunft.

Sie gehören nicht Dir.
Sie hören auf Dich,
und am besten

lieben Sie Dich.



t
schechischer Film



Wie hieß dieser tschechische Film
Ein Männlein rennt Stufe um Stufe
bis ans Ende hinauf.
Am Anfang langsam, weite Treppen
Dann ein Rennen, am Ende
ein Sich-Selbst-Hochschleppen.

Dazwischen Pause, dann die letzte Rast
die die Hast verwandelt
in die letzte Stufe

die sich den Nächsten für die lange Treppe
als Leiter anbietet.

Danach das Nichts?
Wie lange trägt noch diese Treppe?

Wieviele Stufen, bevor
zu viele auf denen davor verrecken?

Denn nicht jeder hinterläßt
eine weiterführende Stufe.

Mancher bleibt nur Staub
den noch nicht mal
die Geschichte aufwirbelt.



Die Gewalt zuletzt


Es soll unseren Kinder besser gehen.
Sie sollen mehr von sich aus verstehen.

Drillt ihr sie zu Lernmaschinen?
Fleißigen Elektrobienen?

Keinen Baum zu besteigen,
keinen Zaun überklettern.

üben für die Bretter,
die die Welt bedeuten.

Hochgezüchtete Menschenschar
Jeden menschlichen Wissens bar.

Humanismus, vor 1914.
Danach: Stahl anspitzen.

Dann den Strom.
Und wann? werden sie vernetzt?

Die Freiheit sucht
vor Unterdrückung
die Gewalt zuletzt.



Genug


Ein Morgen Land.
Ein gedecktes Dach.
Holz zum Heizen.
Gemüse im Garten.
Eine Kuh im Stall.

Einen Arzt, nicht zu weit.
Eine Schule, bereit
für die kommenden Kinder.

Ein Schmied. Ein Schreiner.

Mehr braucht es nicht
für die Grundlagen

menschlichen Lebens.

Doch ist diese Einfachheit
heute vergebens.

Bis ins letzte Revier
tragen die Werber
Wünsche für Geld.
Spaßverderber
am Sonnenaufgang
Am Bad im See.

Mehr PS. Mehr Pixel.
Denn, ohne dies,
tut es weh.

Sagen sie

weil die Technik so modern ist.

Weil sie Wünsche schafft
Die Menschen bricht.



Zu sterben


Irgendwo tobt immer
ein gerechter Krieg.

Auf beiden Seiten ist der Sieg
nobel, sinnvoll, edel.

Es gibt doch immer etwas,
wofür sich Sterben lohnt.

Es gibt immer Menschen,
die das Töten gewohnt.

Irgendeiner schürt immer Haß.
Irgendwer macht Unschuldige blaß
kalt und tot.

Der Krieger zieht weiter.
Die Menge verliert ihre
Heiterkeit.

Zu beweinen die Toten.
weiter zu leben.

Es reicht nicht Hunger.
Stahl muß es geben.



Warum sie hier


Es ist doch seit Äonen so:
Das Handwerk macht die Reichen froh.

Das Volk lebt mit Imitaten.
Die Großen essen vom Goldgeschirr.

Untereinander müssen die Großen prahlen:
was sie macht reich, warum sie hier.

Aus eigener Kraft erwächst selten ihnen
ein Reichtum, der von innen kommt.

Nein, ständig müssen sie prahlen
für das, was Ansehen ihnen frommt.



Wirklichkeit


Wirklichkeit

Sie zeigt Dir ein Gesicht
was Wahrheit spricht

Entdeckst Du die Lüge darin nicht

Bleibt Dir dieses Gesicht

sonst

ein neues

Das Wahrheit spricht



Funktionieren


Im Funktionieren nicht geschickt
Ins Nicht-Funktionieren geschickt

Keine Vorstellung, stark zu sein
eine starke Vorstellung zu sein

Keine Hoffnung, das Leben zu planen
Das Leben ohne Hoffnung einplaniert

Nicht teilhaben an der rasenden Liebe
der Menge zum rastlosen Geld



Ruanda


Der Verlustgrad der Welt
Die Verlustquote des Lebens

wird erst im Sterben unermesslich.

Für viele nur einer.

Für die einer zuviel.

In Massen die Toten
erröten
die Flüsse
die Täter

nie.



Winter


Winter

wildern durch die leeren Wälder

Kinder laufen nicht mehr schnell.

Eisglatt sind die Kanten, Wege

Graublau die Zirren im Zenit

Bevor die Tage wieder heller werden

stirbt Hoffnung, bis ein Vogel

wieder singt ein Lied.



Es ist ein Ende geschehen


Es ist ein Ende geschehen
Es wird ein Ende zu Ende gehen.

In dieses Ende
nehme ich Euch nicht mehr mit auf.

Dieses Ende nimmt am Ende
selbst seinen Lauf.

Der gute Junge
ist bös geworden.

Der gute Wille
ist am Schlechten

Seiner Schwester gestorben.



Heute - fühlt sich so gut an


Heute

fühlt sich so gut an

Das Gehirn

funktioniert mit geringem Verlust

Der Körper

weiß nur wenig von

dauerhaften Krankheiten

Irgendwie

wird sich im Hintergrund

des Funktionierens.

Mein Schicksal entscheiden.



Bewegung ohne Bewegung


Meine Welle rollt und verzischt im Sand
Die Gischt räumt dünne Fäden von Gras an Land
Dazwischen, die Schalen, die harten Muscheln einst,
trugen schwere Perlen, schwarz und weiß

Dazwischen Splitter, Perlmutt, Zangen, Schilde
Sepia malte einst in die Flucht, wie wilde
acht Arme können das Ganze nicht umfassen.

Das Ufer habe ich nun erreicht. Der Sand
seufzt, die Welle weicht
in das weite Meer zurück.

Mit der Flut fahren die Kähne aus,
Sepia und Scholle fliehen hinaus.

Das Wasser steht, es fließt,
die Welle schießt
wie ein Atmen hindurch.

Hinter mir, die kommen
Ich wünsch ihnen Glück.



Hier


Jeder Fehler ist bereits gelebt
Jede Freiheit stets bewegt

Jeder Mensch muß Mensch mal sein
Jeder Mensch sieht seine Fehler ein

auch wenn er, sie es nicht zeigt.

Seit tausenden von Jahren
glänzen oder verderben wir.

In Büchern steht geschrieben
welche Fehler unterlaufen hier.

Dennoch wiederholen, wiederholen wir
die Fehler unserer physischen Gier

Begehen sie im Angesicht der Sonne
Sind wir für diese Fehler hier?

Mit unserem Verscheiden
verlöscht die Gier.

Verlöscht das Gedächtnis,
verlöschen wir.

Und wieder wird eine Seite gefüllt
für die, deren Gier nie gestillt.



Eigene Schritte


Bald setzt Du erstmals

Fuß vor Fuß

etwas, was jeder können muß
der gehen können will

Die Unbill

der Weiblichkeit

wird Dich nicht hemmen
eines Tages

wirst Du sogar rennen

vielleicht in meine Arme

wie meine Tochter

Doch noch

hörst du auf das Summen

der großen
Deiner noch kleinen

Welt.



Haß


schreit aus dem Hörer

HÖR DOCH ZU SCHREIEN AUF

schimpft auf die
die in ihr Mörder
Gedanken sind

Mein kleines Kind

hört das nicht

Es hört zu schreien auf

Wenn es geliebt.



Formung


Wie schlau all mir die Möglichkeit
zeigen
meine Existenz, mein Können, mein Streben,

verneinen

Nicht sein, wie ich bin
etwas anderes
macht Sinn

Doch der Sinn
ist mir gegeben
in meiner Hand

In meinem Kopf

renn ich wie damals mit zwei
gegen Eure Wand

Ich kam aus einer Welt
die Wände durchdrang

Und dieser Drang

ist immer noch in mir.

Brav bin ich
nicht

hier.



Braves Blut


Brav sitzt der kleine Bub am Bett
der brav zu betrauernden Mutter.

Sie rührt die Hand unter dem Bett
was sich einbrennt wie Quallensaim.

Das Auge verliert sich in den Mustern
der geblümten, der gestreiften, und

was noch für Muster der Wechsel der Wäsche
mit sich brachte.

Doch das Zentrum der Decke
bewegte die Hand

Das Zentrum der Liebe
verrieb sie.

Der Bub spielte im Sand.

Bau