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Grüne Auen


Schweben über grünen Auen
lauer Wind bedeckt die Augen
blauer Himmel ßt die Seele leben


Der Winter fiel um


Ich habe geniest
Der Winter fiel um
ich habe geschneuzt
trieb den Schnee davon
ich habe geatmet
der Frühling kam heran


Bücher in Weißgold


Weißgold redet von Büchern
erzählt vom Saal des Wissens
ergötzt sich am eigenen Willen
fragt nicht wo die Kräfte sind


Taun dideldei


Taun dideldei
ich lebe den frischen Wind

Taun dideldei
in mir steckt die Sonne drin

Taun dideldei
meine Füße zertreten den Winter

Taun dideldei
mein Tornister umfaßt den Frühling


Versperrte Wege auf Gabersee


Versperrte Wege
werden hier geöffnet
das Grün der Seele
erneuert frisch
vor Deinen Wagen
spannt man kräftige Pferde
Dein Wagen wieder voll
voll Heu
Der Weg führt Dich weiter
erschreitest jeden Meter neu


Beschreib einen Baum


Wie kannst Du einen Baum beschreiben
Jeder Zweig ein Gedicht
Die Spitze der Ästchen
von Gefühlen spricht
Der Stamm ankert Wurzeln
ein weiteres Jahr
die Krone verflicht
ungenannte kleine Seelen
ergrünen hell
im Frühlingslicht


Neu aus


Im letzten Sommer
streute Schöpfers Hand
die Samen neu aus
er ordnete nicht
wächst die Wälder neu
neu aus


Aus


Unsagbare Landkarte
sprichst die Erde voll aus
die Berge und Täler
runzeln Falten alte aus

Das Gesicht
schwamm langsam
die Flußarme aus
sie sind nun trocken
weisen Tränen nicht mehr aus


Pavillon

Quader gefügt
Fugen Kerben
Kerben fassen
gelb
violett
rotes
Fischernetz
faßt eine
Mauer
trägt Winkel
zum Himmel
das Dach
belagert
von tausend
Panzern
Schildrücken
sattelt
die Zimmer
schauen
aus sechs
Quadraten
verglasen
kostbares
Innenleben
öffnet die
Türe um
draußen
zu leben



Gold


Vergoldetes Moos
schlingt
riffelbraunen Stamm
Goldengrünes Gras
faßt begoldete Füße
Braungoldäste
ragen himmelndes Blau
ringt wegoldenes
Strahlenjuwel


Forever Young


Du wirst r immer jung bleiben
kannst nie verstehen, wer du bist
Dein Baum zeigt grüne Blätter
aber Du wächst so schwer
Seine Äpfel runzeln durch den Winter
schmecken im Frühling noch immer
so frisch wie im letzten Herbst

Du wirst für immer jung bleiben
ich gieße Dich gar sehr



Bis in Deine letzten Ufer


Ich spüle mich in Dein letztes Ufer
mein Wellenrollen glättet Deine Stirn
spreche zu Dir durch Perlmuttschalen
und lös Dir den Austern Fleisch und
Perlen aus
Ich befeuchte meinen Atem
mein Wind weht zu Dir
küsse Deine Haare und erlaube mir
ihr Kämmen oh mein Kind
Du schwimmst nicht mehr in meinen Wellen
fliehst das Land stehst auf Sand
scheust das Meer
zähle ich die Sandkörner
und schmirgle immer mehr
spül sie in Deine Hand



Mein Papyrus


Mein Papyrus faßt Zeichen
die meinen Augen entschwimmen
Sie verwischen die alten Sätz
wo Du mein Glück warst

Dein Leid ist nun mein Leid
ich verwische die alten Sätze
und mische sie
mit unsrer neuen Gegenwart



Siebengestirn


Mein Mond tanzt mit mir
durch die Landschaft
vergangener Kindheiten

Wir scheinen durch die Bäume
die jung waren vor hundert Jahren
wir ziehen die Knaben bloß in den Wald

Erleuchten liebeshungrige Jungenseelen
setzen uns in den Baum
der Knabenarme trägt

Wir nehmen faunisch goldgeringelte Buben
astralen sie zum sternigen Himmel
ordnen sie zu einer Aura
und nennen sie Siebengestirn



Falsche Uhr


Deine Uhr geht falsch
Stell sie fünf Minuten vor
und Du hast fünf Minuten
mehr Zeit



Frühjahr 97


Frühling ist da.
Gehle sehen klar.
Der Spiegel ist glasklar.
Seele ist wieder da.

Kleine Körnchen blättergrün
Zarte Spitzen Blumen blühn
Krabbeln in den Fingern wahr
Golden Glanz im blonden Haar

Vogel Kehle morgenrein
Tautropf Tirili trommelt ein
Schall Brillanz
Sonnenstäubchen Funkentanz

Grillen Kratzen Grasgesang
Grases Wisper grad entlang
Schauer Regen
Donnerklang
Früchte Segen
überschwang


Junges


In Grönland kalbt ein Gletscher
in Afrika eine Elefantenkuh


Stimme


Meine Stimme
dringt nur zu Deinem Gesicht
Du stehst dahinter
antwortest mir nicht



Vater Leben


Trigeminus baut ein Haus
Nur die Hände gehören ihm
er pfeift leise eine Melodie
Sie entgleitet seiner Klarinette
wenn er nicht spricht
und lernt

Seine silberne Mutter
schwebt hinter ihm
einen Talar in den Händen

Sein Bruder steht
links hinter ihm
Er jongliert mit Eiern

Sein Vater schaut von rechts
den älteren Sohn an
Seine Finger spielen
mit einer Hopfenblüte



Blaue Blume


Die weiße Tür mit kleinen Fensterquadraten
öffnet sich
Dumpf und Feucht geben den Blick
auf einen grünen bunten Garten frei
vanillne Kamelie verspricht die Liebe
weiße Rose trauert um uns später
Orchideen romantisieren
kleine Sträuße bitten: Vergißmeinnicht!
Ich wähle etwas das es gar nicht gibt
violette Rose
die Dame spricht
die Rose ist weiß
aber unsere Tulpen violett
Ich bezahle das gezwiebelte Geschenk
und schaue in die Becher
ob Du schon meine neue Liebe hast



Babysprache


Schaut Euch nicht die schnellen Bilder an
wir wollen uns in Euren Augen verlieren
gebt uns wolkenweiche Musik
wir wollen das moderne weiße Rauschen nicht
Lächelt uns ins werdende Gesicht
wir wollen werden was Ihr schon lange seid
Gebt uns Nahrung und Geist
damit wir verstehen was wir mal sind

Gebt Euch uns!





Abgerungen


Das alles haben wir dem Wald
haben dem Meer
der Wüste
abgerungen!

Dem allen
habt ihr das Leben genommen


Spazieren im Glacis


Spazieren im Glacis
Jahrhundert zuvor
Stadtmauer
gewichen dem Verkehr
entsagt dem fremden Feind
Schwede pflanzte Bäume
entpflanzte sich selbst

Spazieren im Glacis
auf Denkmälern und
Brunnen umhergeturnt
Goldfische
ins Becken ausgesetzt
Kastanien abgeschleudert
Sandwege gepeitscht
mit Reifen
In Eiben geruht
gejagt die Freunde
Vögeln auf der Schuhspitze
einen Keksriegel verfüttert
Beo pfeift den Mädchen nach
gekreuzt
auf jedem Weg
Spaziert im Glacis



Wünsche


Sprich
was Du nicht hast
Sag
was Du nicht bist
Erklär
was Du gewesen
Spekulier
was wirst Du

alles wird ein Wunsch
Wünsche gehen in Erfüllung



Handeln


Du kommst in einen fremden Raum
weißt, was Du willst
handelst entsprechend
hast Erfolg
kommst Du nach Hause
auf einmal fragst Du Deinen Mut
War das wirklich ich?
Konnte ich das getan haben?
Was haben sich dabei die anderen gedacht?
bist froh
hast es wirklich geschafft



Du mein Gott


Du drängst mich mit Deiner Kraft
Du hast die unerschütterliche Macht
von daher, wo dies alles kommt,
damit chte ich eins sein.
Himmel auf Erden,
so wie die Sonne mich wärmt
so leb ich mein Leben
und Du bist mein Gott



Schwarzblatt


Die Farben des Lebens
bestimmen die Spiegel
Deiner jungen Seele
braun ist Dein Lebensbaum
grün ist seine Jugend
blau wächst Du in den Himmel
Unbestimmt
Deine Seelenaugen



Goldkopf


Du Springbrunnen
perlender Lachereien
Sprünge
in den Lebenshimmel
himmelbauer Augensee
Wiesenhimmel
Dein Spielemeer



Braunhaar


Bescheiden Dein Verlangen
Beritten Deine Zukunft
Lachen zweier Schwestern
Verlorener Junge
suchst das Mutterherz
wahrer Wirklichkeit



Alter Baum im Stein


Alter Baum im Stein
Baum in der Mauer
wächst in Wohnungen
Ameisenwurzeln
Wurzelscheibe
trägst Kronenbaum
dreifaltigen Wipfel
umarmst Kinderaugen



Mobile Josica


Die Katze fängt sich eine Maus
Ihr Schwanz läßt sie nicht los
ins Maul kommt sie so nicht

Zwei graue eine weiße Maus
foppen die dumme braune Katze
mit Käse und Speck

Katze dreht sich im Waagenkäfig
und versteht nicht
daß sie nicht alles haben kann



Peitschen


Ich werde gepeitscht
vom Geschrei meiner Tochter

Es weht ihr innerer Wind
Sie will, daß ich ihn
ihr herausschlage

Er bringt uns beide
ganz schön in Fahrt



Der erste rz


Der erste März
hat sein Licht
am Himmel liegenlassen

Meine Tochter schläft

Ich pflücke ihr
Schneeglöckchen
von da oben

Sie leuchten
so schön



Bruder mit Links


Mein nie gewesener Bruder
d
iktiert mir von rechts

was ich selbst
nicht schreiben kann

Er schreibt es
mit meiner rechten Hand

Er hat links
nie Schreiben gelernt
weiß dennoch
so viel von der Welt
daß er mich
betroffen vor Fragen stellt
als ßte ich
die Antwort wissen



Nächster Augenblick


In uns lebt
der kleinste Teil
unserer
schrumpfenden Zukunft

Seine Asche perlt
wie Wasser
durch unsere
siebenden Hände

Allein
ein kleiner Teil
verfängt sich
strahlt wie Gold
Funken der Erinnerung



Vaterland und Muttersprache


Mütter
warum lehrt Ihr uns Söhne sprechen
w
enn unser Vaterland,
unsere Körper,
Eure Muttersprache
d
urch Bomben zerplatzen?

Bringt Schweigen den Frieden?
Wir lassen das Vaterland
durch Vagabundieren verwelken



Regenbogen II


Die Worte meiner Tage
schreibe ich
in das Blau
des Sonnenhimmels

Die Sätze meiner chte
leg ich nieder
in das Schwarz
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der Sternensaat

Die Schreie meiner Träume
z
erstrahle ich
in die gelben Körner
meiner Traumwüsten

Die Glut meiner Liebe
erkenne ich
im Rot
eines Sonnenaufgangs

Das Element meiner Phantasie
pflanzt sich
in das Violett
von Stiefmütterchen

Der Körper meiner Müdigkeit
schläft mit mir
im letzten Orange
des Sonnenverglühens

Das Agens meiner Hoffnung
leuchtet
leuchtet im ewig jungen Grün
der Frühlingsbirken


Heute warte ich auf den Regenbogen.


Traumzeit


Wenn die Traumzeit über mich kommt
Raum und Zeit und Traum verschmelzen
schreite ich auf Onyxstufen in ein goldenes Tor
in die oszillierende Sphäre singender Klänge
ihre Inspiration hat kein langes Leben
verlassen muß ich sie unter Splittern ihrer Zeit
Traumwüsten brechen ein, verschlingen sie
Kehre ich in die konkrete Realität zurück
schneiden mir immer noch Splitter ihrer Membran
Verse merkwürdiger Distanz in die weiße Haut
meiner Gedankenblätter verdichtet zu Unschärfen
meiner Traumzeiterlebnisse.



Sternwandlung


Sonnengestalt in letzter Form
Schlag in das Bett der kleinen Freunde
Verschluckte Gestalt in neuer Form
Heißkern kleinster Kobolde
Kein Schmelzen ewigen Eises
Verschmelzen des Wassergastes
Sonnengestalt in erster Form



Erinnerndes Atom


Sternenasche
eingeklammerte Schwertfinger
Dicht gepackte Sternendämmerung
Enthärtung des Salzfreundes
Er ruft die Wassergeister
drehen am Rad Veränderung
Götterfunke birst in Kammern Säle Hallen
Strahlende Freunde auch später noch



Inspiration


eine Gabe der Götter
aber eine Gabe
die man sich
erarbeiten m


Tanz


Tanz, tanz, tanz,
tanz den Reggaetanz
tanz Chachacha
tanz Samba


Freundschaftliche Vögel


Rock war der Meister meiner jungen Tage
in einem großen Ei geschützt
wartete ich auf meinen glutroten Morgen
z
u mischen Diamanten mit profanem Sand

Phönix beherschte meine ernsten Jahre
zu Asche verbrannt
singend zu neuen Höhen aufgestiegen
und die Sonne berührt
zu Asche verbrannt

Heute seh ich innen Gesichte
spreche mit fremder Stimme
durchziehe Ziegelstein Eschen Park
suche die letzte Nachtigall



Ich ten


In Gedankenschichten
trage alte Schichten
im Nostalgie-Lila
meiner Kindheiten

I
n Gedanken-Gedichten
fasse alte Geschichten
in das bunte Muster
meiner Erinnerung



Planeten und Monde


Wir kreisen in Einem Sonnensystem
um das strahlende Feuer unserer Liebe
Unsre Bahnen sind im Ewig eingraviert
Du meine Erde
I
ch Dein Neptun

Drei kleine Monde erhellen unsere Nächte
Ihrer zwei verfinstern uns ab und an
Phobos die letzte spiralt auf uns zu

Sie hat unsere Nähe
Sie gibt uns den Halt
Wir geben ihr Wärme
Sie sucht nach Gedanken

Die beiden andern
senden uns braune Pferde
von grünen Wiesen
in unsere Wälder
auf Deiner Erde


Aquamarin


Aquamarin
Marina
Ertrunken
in einem Babelsee
verlorener Worte
herausgezogen
wiederbelebt
Worte
ganz verloren
Weinfest
Deines Kindes
Diese Worte auch verloren
wieder belebt
bis zur Müdigkeit
jeden neuen Morgen



Deine Augen


Deine Augen
wundern mich

Meine Wunden
sind Deine Augen

Mit Deinen Augen
heil meine Wunden

Wunder Dich nicht
über meine Augen



Rußland


Iß die Steppe mit Deinen Augen
Laß die Wölfe Deinen Mond vertilgen
Kehr zurück auf den Rücken
von 397 Wildpferden
Lauf
Lauf
Lauf

Reite

Führe das Gras zum Mund
munde es Dir wie Korn
Liebe den blauen Himmel
und die Sterne des Tages

Stirb auf den Matten
und lade die Mongolen ein
Die goldene Horde
hat Dein Glück schon lang
gefunden

Dein Tribut Natascha
wird lang schon
nicht mehr bezahlt

Gründe eine Stadt
mit bunten Zwiebeln
Erte
auf tausend Steinen

Flieg in den Himmel
Du trinkst
einen blauen See leer
und kleidest Dich
in seine Wolle

Nimm die Sterne vom Himmel
schüttle sie aus
Kleine Menschen warten
auf Brot



Ich küsse Dein Drei Rosen Gestirn


Ich küsse Dein
Drei Rosen Gestirn

senke einen Stern in Deinen
warmen weichen Mutterboden



Lady, hier ist der Gärtner.


Lady, hier ist der Gärtner.
Er schneidet schöne Narzissen
schreibt ebensolche Gedichte



Julia Zorica


Kleiner Falter
taumeltest
vor meinen hundert Rahmen
nahm ich Dich mit
in mein Bild hinein

Wir gingen die langen
gegangenen Wege
Sie führten uns
z
um Ende unserer Gleise

Die Brücke
s
ie steht nicht mehr
wartet auf einen Kuß
Wiedererstehen

Drei Tage lang
küßten wir uns eisern
dann verließen wir
den Endbahnhof

Dich schickte man
in Deine buchstabenlose
Berge

Ich fand das Endltige
was man Liebe nennt



Gottes Glockenschlag


Gottes Glockenschlag
hat im Stautal des Inn
die Ruhe kleiner Singvögel
hinterlassen

Ein schwarzer Kormoran
küßt Luft und Wasser
taucht in der Stille
einer Forelle

Im Kuß
spiegeln sich
duldsame Schilfnester
der Wasservögel

Das Naturjuwel
fängt den Blick
in eine Zeit,
w
o sie noch nicht
gezählt wurde

De
r Hang der Ufer
verschwindet
in der Tafel
des Wassers
und dem Bankett
des Schilfs

Dort schläft die Sonne.



Ein Perlenfaden


Ein Perlenfaden
führt vom Wein
des gewundenen
moenus

hierher

in ein rotes
Säulenlabyrinth
hat mich Minos
geführt

Ich entrollte
Ariadnes Perlenfaden
packte den Stier
bei den Hörnern

Hier
im Palast von Knossos
habe ich neue Perlen
gefunden

M
eine schwarzen
liebe ich besonders
s
ehr

Ich werde
für lange Zeit
Minotaurus
nicht verlassen

Thera ist noch
eine heile Insel



Ich wünscht, ich wär


Ich wünscht, ich wär
ein anderer geboren
Wäre lustig und ausgelassen,
anerkannt und angesehen
leichter lernen
mehr Erfolg haben als jetzt
Nicht ans Gestern denken
dem Morgen vertrauen
und das Jetzt genießen

Das Wunder geschah
ich wurde dieser Mensch

und

ich wünscht, ich wär
ein anderer geboren
nachdenklich und ernst
für mich allein und vergessen
das Wichtigste mitnehmen
die Ruhe im Stillen suchen
alle Zeiten einbedenken

Das Wunder geschah
ich wurde dieser Mensch

und



Ich pflücke Tomaten von Kirschbäumen


Ich pflücke Tomaten von Kirschbäumen
m
eine Hände graben Walnüsse aus der Erde
der Kartoffel entsprießt der Mais
die Sonnenblume blüht auf Zuckerrohr
Eichen tragen Johannisbrot

Meine Schwester reitet auf einem Pferd
frisch von der Wolle geschoren
und das vierzitzige Euter prallvoll

Schmetterlinge nähen von selbst einen Mantel
aus ihren blauen Schwingen

Die Kuh trägt Stoßzähne
i
n ihren Hufen wachsen Perlen
ihre Euter geben Olivenöl


Ich habe etwas gesehen
das es nicht mehr gibt

Ein Menschenkind
nur mit Armen und Beinen
einem ängstlichen Gesicht
armes Wesen in dieser reichen Welt

Ich rolle meinen Rüssel ein
"Was kommt noch?"



Wir Kinder von Vater von Mutter


Wir Kinder von Vater von Mutter
Gott ein Kind des Schreiners, der Unschuld
unser Vater unsere Mutter


Unser Vater Abraham


Unser Vater Abraham
das fremde Volk Israel
lebt in uns

in christlichen
Riten
Symbolen

Araber
unsere Geschwister
der Wüste

Dreifaltiger Gott



Ich ziehe mich


Ich ziehe mich
in Deinen Mundwinkel
zurück
Deine Lippen
suchen meine Sprache
Wir begegnen uns
im Schweigen
formen wir unsprechbare Worte



Gabersee Haus 15


Haus mit Tränen gebaut
Hort der Tränen
tränende Eingänge
der Ausgang lacht
manchmal



In Märzenbechern


In Märzenbechern geboren
ein Tropfen klarsten Taus
jeden Tag der Blüte getrunken
rz blüht jedes Jahr
trink den Becher leer


Mein_Bruder


Mein Bruder
lief lange Jahre
neben mir

beide verloren wir
den Vater
schrieben mit links

Er der Jäger
ich der Sammler

Wir schöpften Jahr für Jahr
er der Löwe ich die Fische
den Tierkreis aus

Wir waren Natur Läufer
Computer Kino Film

Hans der Programmierer
Volkmar zweimal Vater
(Programmierer gelernt)

Zwei Burgen schützen uns
scharfe Kräuter
ruhiges Wasser

Zwei Wege
auf
a
b

Jäger
Sammler

Jack und Jason


Klarinette


Ich habe 'Klarinette' geträumt
Mein Kind schreit
Beides Musik
aber eine ist Pflicht



Hammer und Sichel


Hammer und Sichel
Computer und hdrescher

74 Jahre Narrenillusion
222 Jahre alt im Narrenglanz

Erster Mensch um die Erde
Erster Mensch auf den Mond

Venus und Mars besucht
mit MIR den Frieden getauscht

den Menschen die Freiheit gegeben
grenzenlose Freiheit kriminell

Eine Hand zerbrach
Eine Hand zerbrach den Krieg

wuschen sich vom Feuer rein
glänzen in Mensch und Kommerz



Jacquelines Geburtstag II


Wilde Locken Haare Schopf
wildes Lachen Milch am Tropf
m
ilde Musik Notenwunsch
mildes Mosaik im Früchtepunsch


Dem Leben entlassen


Ich bin dem Leben entlassen
der Tod fordert mich nicht
meine geschriebene Welt
ist der Faden am Damoklesschwert
das mein Glück (noch nicht) zerbricht



Von meinem Baum gebrochen


Man hat mich
von meinem Baum gebrochen
Das Hochwasser trieb mich davon
ich faßte endlich Fuß
Wurzeln schlugen aus
Triebe erstrebten
ein höheres Licht
Meine Kätzchen
nährten die Bienen
zuletzt die Königin
Wir schickten
unsere Bienen
zu anderen Blüten



Lorelei


Lorelei lockt von den Felsen
singt die Flößer in das Naß
drängt die Schiffer in das Riff

L
orelei gebunden an den Felsen
zerbrochen Leben und die Liebe
zerbricht die Herzen
dann das Schiff

Lorelei lockt von ihren Felsen
stirbt ihr Glück den Rhein hinab



Hilfegesuch


Des Königs verbliebene Ritter
hielten das Schloß des Freuden-
thrones. Er trug die Königin
freundlichen Landes und ritt
aus dem letzten sicheren Stadttor.
Psychotische Vandalen schossen ihre
Pfeile auf den König ab. Etliche
blieben in seiner Lederrüstung
stecken. Gott, war er stark, er
brach sie ab ohne Schmerz.
Seine Königin und er ritten durch
verwüstetes Vorland, die reife Ernte
eines Jahres war vernichtet. Sie
erreichten die Schlafwälder, er
kannte den Weg zu Merlins Burg.
Die Brücke war diesmal aus Eichenholz.
Er preschte hinüber, an den Wachen
vorbei, in den Hof hinein.
"Merlin! Ich brauche Deine Scharen!
Deine Kobolde! Deine Gnome! Elfen und
Wichtelmänner! und all Deine Tiere!"
Merlin erschien am Fenster. Er strich
seinen Bart, gab ein Zeichen. Die
Tore der Ställe öffneten sich. Mehr
Kämpfer als verlangt warteten auf
Merlins Befehl.
Merlin streute ein Pulver über uns.
Die Königin der Freude öffnete
die Augen und lächelte! Der König spürte
neue Kraft durch seine Glieder strö-
men. Merlin kam in den Hof und be-
stieg ein Einhorn. Ein Signal, und
die ganze Armee bewegte sich auf die
Stadt zu.


Alt und Jung


Menschen sehen nach hinten nicht
es fehlt das sehende Gesicht
Stell Dich hinter sie
und ein Stückchen daneben
Du siehst ein Stück Wange
und davor die Nase
siehst ein altes nicht
Du siehst ein Kindergesicht


Schau den Kindern voll ins Gesicht
Z
uerst siehst Du ihre Zukunft
d
ann die fehlenden Falten
Wo sie werden, siehst Du sie nicht
jedoch ahnst Du den Wunsch des Alterns
Dann siehst Du gefallene Wangen
den schmalen Mund
die Stirn in Falten
müde Augen
siehst sie dann wieder jung und frisch


Der Mensch ist von vornherein
in seinem Wesen angelegt
Das Gesicht verspricht
einen fröhlichen Menschen
oder nicht
Doch im Alter erblickst Du doch
was in einem Menschen unverhofft
zum Werden gelangte
und bewahrt sich manch ein Mensch
ein fröhliches Kindergesicht



Der richtige Ausdruck


Selten finde ich
den richtigen Ausdruck,
das richtige Wort
Ich kegle und treffe oft
hab schon oft zum Neuner gehofft
doch die Kugel nimmt sich die Bahn
die meine schwache Hand ihr gibt



Bergluft


zivilisationslose Bergluft
stilles, unbewegtes
Saragossa-Meer
Schweigen der Wälder
des Mondes der Tiefsee

Die Welt schläft



Ein Körnchen Wahrheit


Ein Körnchen Wahrheit
steckt in jedem Sand
ein Traum Oase
in jeder ste

Ein Sandkorn in seiner Pfote
reichte der indianischen Bisamratte
z
u schaffen aus Wasser weites Land

Ein Sandkorn von meinen Traumplaneten
wird mir das Land verwüsten

läßt mich neue Oasen betreten
schenkt mir an den Wasserstellen
junge Bisamkinder



Wasserburg II


Balkone auf und ab
Veranden
in das Licht gestreckt
s
üdlich venezianisch
Mauerspangen, Vorspnge
verdeckte Dächer

glatte Mauerlinien
pastell
blau gelb rot
grün und weiß

K
rone Burg
weiße Feste
gefußt am Inn

Der grüne Kalkträger
umströmt
die Pfeiler
der roten Brücke

hufeisenweit
Omega

Fels im Fluß
nimmt sich Zeit
der Stadt zum Gruß



Komet


Ein Sternenschweif
fliegt zum Mond
der über
der Sonne thront
Fluten Bnde Kriege
löschen/heizen
Spekulantenlust
Brennende Fackel
heizt die Atmosphäre auf
Ein Brocken
zwanzig Kilometer
rund
schickt der Sonne
einen Gruß
vom Kometenheer
der Transplutobahn
der Oortschen Wolke



Der Kinderengel singt


Der Kinderengel singt
er moduliert seine Weisen
zum Silberglöckchenklang
Er schlägt die Triangel
an
vibrierend im Sternenvorhang
Kinderseelen fliegen zu seinem Stern
Sie werden sich dort wiegen
und dort
den ersten Schmerz
der Welt besiegen



Meine Frau I


Meine Frau macht mich stark
Sie ist meine Mutter Erde
Meine Baumwurzel
hat sich an ihr verfangen

Sie spendet mir Wasser
ich ihr den feuchten Schatten
Sie nährt mich mit Erde Staub

Vor der Sonne schützt sie
mein Bacchantenlaub
Unsere Kinder brechen
Thyrsen aus den Ästen

Erquicken sich
an unsern Früchten
treiben Brunnen
in den Boden

In der Abendstille
erzähle ich
unsern Kindern
Sternenmärchen
vom Siebengestirn

Meine Frau summt
schlägt unserer Kleinen
die Augenlider
schwere zu

Wir lieben uns
im Himmelsternenball
unsere Freunde senden uns
von überall
Glühwürmchen in Scharen

im grünen jungen Juniabend All



Kleine Weinamphore


Messinglocken umschließen
ein kupfernes Gesicht
aus Jadeaugen spricht
die Seele eines Mädchens
doch wachsen ihr
dort auch schon silberne Fädchen
eine marmorierte Amphore
doch der köstliche Wein ist grün
man sieht erst nur die Trauben blühn
Ich denke Dich zum Horizont
wo der Mond und Deine Liebe
wohnt



Ein Morgen


Ein Morgen schickt ein frühes Licht
in unser Kinder Spielezimmer
Es hat einen frischen Morgenklang
Der Schlaf schaut uns jetzt nicht mehr an

Das Fenster lüftet das Zimmer
und unsere Schlafklamotten
d
er Lappen befeuchtet die Lippen
der Schlaf entweicht den Augen

In die Hosen gerutscht
dem Sommer einen Schein abgeluchst
Kakao gurgelt durch den Mund
Der Schlaf ißt nie
frische Brötchen

D
ie Bücher werden gesammelt
chaotisch verstaut
das Turnzeug über die Schulter geflegelt
der letzte Schlaf
aus den Augen geschaut

Der Schulweg ist ein Schritt
Fangenspielen im Gemäuer Hof
Die Glocke ruft
der Schlaf vergeht
bis zum nächsten Abend



Erscheinungsformen

Depression
Manie
Psychose
- ein trauriges Wort
- ein zerbrochener Ort
- schwarze Bilder in Deinem Kopf
in eine einsame Form gepreßt



Die All Gal!xie


Die All Galaxie Deiner Andromeda Augen
schickt mir Schauer blitzender Sterne
in das weite Feld meines Rückens
Der Schlag Deines pulsarenen Herzens
verdoppelt verdreifacht ihren Lichterstrom
Deine Spiralarme greifen nach meinen Kometen
ziehen sie in das Zentrum Deines Feuerrades
Ich folge ihren Eisesschweifen
helfen mir nach Deinen Armen zu greifen
Ich schenke Dir Milch aus meinen galaktischen Feldern
laß nun meine Pulsare ihren Schritt verändern
Ihre Wellen mäandern zu Deinen Quasaren
ihr Licht wird meine Worte bestimmen
Strahlenschwingen singen ein fernes Lied
als Deine mit meinen Armen sich verschlingen.



Im Cockpit


Ein Raumschiff flog in meinem Kopf
ich s im Cockpit und war der Kapitän
manchmal stieg ich aus der Kabine aus
kaufte einen Band in einem Bücherhaus

Das Buch schwebte zu mir ins Zimmer
schlug es weit auf und stieg ein
der Tag flog mit mir weit weg
irgendwann zog es mich zu Traumplaneten

wußte nichts vom Sand den ich würd betreten
zuletzt brach mein Schiff in Sandkornwüsten
ich wurde das Cockpit ohne Pilot
Die Traumwüste war nicht ohne Leben

ich zähmte mir einen elefantengroßen Schmetterling
trieben wir über Träumen und hnte mich auf der Erde
R
asende Alppferde wirbelten Sand zu uns hinauf
r
eibend strich ich mir ein Korn aus dem Aug hinaus

erkannte es als Stück des Zauberspiegels 'Ewigkeit'
Die Eiskönigin der Pole schrie auf befreit
lenkte ich meinen Gefährten auf die Erde zurück

Das Gehen fällt mir immer noch schwer
Ich schaufle jeden Tag einen Eimer Sand
aus meinen Schuhen

Ich wußte lange nicht wo die Wüste ist
finde sie in meinem und Eurem Gesicht



Molekular erlebt


Molekular berechnet
fein gewogen
nehm ich mir
jeden Abend
n
eu das Leben
um es am Morgen
erneut
zu erwerben

Meine Seele
grünt zu schwach
um das ganze Gefühl
voll zu erleben

Auf unterster Stufe
fühle ich
tiefstes Erleben
wie den Funken Licht
zu dem
der Tunnel sticht

Ich nehme
den Weg auf mich
und finde mich
manchmal
in meinem Garten
wieder




Die Gedankenrose


Die Gedankenrose
ein Stern aus rosa Kristall
blüht im Verborgenen

eine rote Sandsteinmauer
umfaßt einen Sommer
aus dumpfen Dunkelgrün

Das schwere Eisentor
öffnet sich nicht immer

Du mußt den richtigen Gedanken
nah bei Deinem Herzen tragen

dann darfst Du
den orangnen Kies betreten

Bernsteinklänge

Ein Rosenstock
vor einem gotischen Portal
trägt tausend Knospen
schlafend
iu der grünen Mitternacht

die silbernen Blätter singen
'auch Du wirst alt!'

und eine Knospe blüht den Stern
des heutigen Tages

versuchst zu berühren
berührst sie mit Deiner groben Hand

sie zerspringt
zerfällt
in tausend Splitter

Ein rosa Tropfen Blut
entrinnt Deinem Finger
und dem Rosenstumpf

der ganze Strauch erglüht
in seiner Mitte
neue Gedankenrose blüht

ein Wind Dich
aus dem Garten weht

Die Pforte schließt
für immer



Eine Hand zum Himmel


Du streckst eine Hand zum Himmel
Ein Stern pflückt Dich von Deiner Hand
setzt Dich in des Schützen Pfeil

Du jagst mit zwei wilden Hunden
erbeutest zwei perlende Fische
schenkst sie den Zwillingen
und einer Jungfrau

Kassiopeia ehrt Dich
mit einer Krone aus dem Norden
reitest den ren zum Haar
der Berenike

Die Hand Bootes
setzt Dich
auf die Erde zurück



Junger Geselle


Der Frühling ist jung
so jung
er führt mit Schwung
frische Triebe ins Grün

Die Vögel um ihn herum
Ihre Kehlen singen tausend
Liebeslieder

Der Frühling schenkt uns
immer wieder
die Liebe neu und alt

so jung so schön so frei
so grün

Mit Milliarden Blüten
feiert er seine Jugend
so schön
im Blühn



Der Zug III


Der Zug hatte geraucht.
Dampfspeier
aus Ventilen

Sein Pfeifen markierte
die Stille vor ihm

vor dem Rhythmus
sein Wille sprach

Die Kolben stießen
auf Eisen hinab

D
ampf
machte Druck
d
agegen
bergauf/bergab

lange Pleuel
Stangen
schickten
Dampfeskraft
auf rollende Räder
hernieder

Zwei Endlos
Eisenbänder
zerglänzt
durch die Kraft

u
ngezählte Endlosräder
sangen sich
von Stadt zu Stadt



Ein Platz ist in meinem Leben frei


Ein Platz ist in meinem Leben frei
Mein Vater saß dort und spielte
für mich so lange die Klarinette
An seinem letzten Tag musterte mich
keines seiner Augen sie waren bedeckt
die Lippe hatte einen Sprung
mit Blut
über seinem weißen Hemd
sein letztes Hemd
wartete er immer noch auf seinen letzten Tag
konnte er aber nicht mehr wissen
(Ich wte es damals auch noch nicht)
dieser war bereits geschehen
Z
um Staub kehrte er zuck
viel zu selten war ich beim Staub
trug selber zuviel Staub in meiner Seele
Lange trug ich nicht die Musik
ich atmete zu schwach
sie verließ mich nie
nach zwanzig Jahren
kehrte die Melodie
aus dem Staub zurück
und neues wuchs in mir
Tränen Sehnen Fühlen
Trauern
Freude
ich ward selber Vater
und Sein Staub
schenkte mir
zwei Kinder




Sepp im Schilf


Zum Chiemsee gedrängt
Seele ungetränkt
Tränen schwammen
nicht mehr
er suchte den See
für neue Tränen

Er lief durch das Schilf
ihm heftete es sich an
das letzte Eis
des Winters kroch
in seine Augenhöhlen

Das Schilf beugte sich
vor seinem Herrscher
Es nahm ihn auf
und spielte mit ihm

Das Schilf
schloß sich um ihn
Es raschelte ihm
in seine Kleider

Seine Träume
blühten in Palmkatzen
Die Arme so stark
wie Äste

Ein Wunsch
nach Erlösung
erlöst wurde er
im Niemandsland

Gab er dem See
seine Seele
seine Gabe zu geben
vergaß er nie



für Sepp Spiel



Meine Tränen


Meine Tränen
vereinen sich
zu einem
reißenden Bach

Der Stein
in meinem Herzen
wird weich

Sie spülen ihn
an einen Strand
voller Kies

In meinem Innern
keimt ein Tau
der liebenden
Hoffnung

Sein Salz
scheidet
einen neuen Stein

Von ihm
spüle ich
meine Tränen



über den Meeresboden


über den Meeresboden strömen Mammuts aus
Wisents, Yaks, Bisons, Gnus
Nashörner stechen Luftblasen
mit ihren Hörnern aus
Gigantische Laufvögel Indonesiens
schlagen Wirbel in die Wasserluft
Dinosaurier in ihrem Unmaß
stampfen den Boden glatt
Vergessene Vögel ziehen geschwungene Linien
in die anderen Wasserformen
Die Welt hat sie vergessen, gefressen
viele verloren durch den Menschen
Seine Urformen betrachten von Vulkankegeln
sich das Wabern, das Rumoren, überleben
Die Erinnerung des Wassers spielt
mit den Möglichkeiten der Welt
Sie stellt Formen hin,
für die wir niemals Namen finden
Sie weiß was ist geht kommt
wir schießen uns umsonst
Rohr und Katapulte leer



Regen I


Nasse Löwen der Lüfte
sctteln träge
ihre Mähnen aus
tosend ihre Schritte
b
litzend das Aug
Ihrem Maul
entrollt ein Donnern
leergeschnauft
atmen sie
ihre Winde
über Wüsten aus



So lang ohne uns


So lang ohne uns
lange getrennt
so lang schon zusammen
für immer vereint
voneinander getrennt
und wieder vereint
wenn die Krankheit nicht verneint
Bis daß der Tod uns scheide



Grünkugeln


Grünkugeln
verastet
verwebt
verstraucht

Farbenküsse
a
m Boden
im Laub
auf Baum
im Strauch

Katzen der Weide
Katzen im Tragen
im Stillen
im Bauch

verastet
verwebt
verstraucht

Farbenküsse
am Boden
im Laub
auf Baum
im Strauch

Katzen der Weide
K
atzen im Tragen
im Stillen
im Bauch

Regenvorhänge
verhüllen
den grünen Wald

strafen Deine Blicke
Du siehst
er steht kahl

im Widerhall
des Spechtes Trommeln
gibt dieser
seine Farben
dem Wald



Wind


Was spricht der Wind
der Stille ab?
bewegt jedes Blatt
findet keine Rast
Deinem Mund murmelt er
Sehnsuchtsküsse zu
e
r nimmt Dir den Regen
holt ihn wieder herbei
er spielt mit dem Du
Du willst ihn bremsen
Er lacht Dir zu
bläst sich immer frei



Möwen


Möwen schäumen über den Inn
lachend blecken sie mit Worten
vom Tangwogenmeer
Schatten der Wolken senken den Flug
s
ie kreisen mit Schwingen
wie schneeweißes Eis
und schreien der Stadt den Winter zu
Die Wolken sind stärker
sie sinken auf Wasserkissen
in Schneeflocken herab
der Flug geht zum Chiemsee
sie brechen einen Teil
des Winters
von den Alpen hinab



Eiszeit


D
ie erbleichenden Stimmen
der Vögel erreichen mich nicht mehr
Eine weiße See vernebelt den Flug
Graue Schatten an der Küste
dämpfen ihren Schrei
Das Murmeln der Wellen Meer
legt Pfeilspitze und Keile frei
Meine Waffen alter Zeit
als Masthodons Wiesen und Wälder
p
flügten
Das Eis müder Winterbreiten
hat mein Land im Sommer erreicht
Ich grüße die Kälte und wende mich
dem Süden zu



Blau


Das Blau steht behangen
an der Aurora der Sonnengrenze
Es reichte in der Kinderzeit
in meine
Hände Augen Seele
hinein

Ein Wort war, es sprach klar
Heute brennt in mir die Korona
an der Seele Finsternis

Selten schaffe ich der Schritte Zahl
die mich in die lachende Kindheit
der Einheit von Gegenstand Wort und Sinn
hinführt.

Es +laren noch immer blaue Himmel
In das azurne steigen meine Töchter



Josefine IV


Deine Augen leuchten im Dunkeln
wie schwarze Blumen
mit einem Lichterkranz um Dich herum

Dein Atem streift Deinen süßen Mund
wie weiße Möwen den Wasserrand

D
eine Haare fließen in die Sternennacht
wie Achat, Obsidian und Schörl

Der weiße Mond Deines Gesichtes
zeigt sich hell in der Lampiondämmerung

Eine Schärpe legt sich um Dich, China Vase
golden und grün und rot und gelb

Du Sonnenaufgang



Nur graue Wolken


Nur graue Wolken
verwaschenes Licht
Licht? Es klammert stumm
Es kriecht unter die Kleider
unter die Haut
Der Schein macht Dich stumpf
am
Boden
liegt alles
der Regen
treibt
Blüten in den Boden
Welcher Maler
bevorzugt solche Farben



Moor


Der Weg in den Wald
erreicht streifende wee Finger
Der Boden verliert den Pfad
Satt saugt sich nasser Torf
an Deinen Schuhen fest
Bleicher Nebel bringt Dich zum Halt
Deine Finger siehst Du nicht mehr
Heller Schwaden nimmt Dir die Hand
Feuchter Boden küßt Dich in ewig Schlaf



Stoppelfeld


übers Stoppelfeld
kleine Röhrchen
spritzen Tropfen frei
Es knackt prasselnd
Wolkennebel verhängt
den Weidenbach
Sie seufzt vor Lust
Ein anderer
hat den Boden getränkt
Deine Augen lieben
silbernes Schimmern
der Nebeltropfen
Ein Riss zieht
durch den Nebelwalm
Der Sonne höheres Licht
biegt die Nebelperlen
Deiner Kleidung
in Diamantengeglitzer



Die alte Frau und der Aral


Jeden Morgen ging sie
vom Haus an die Küste
und bestieg ein Boot
Vor dem ersten Krieg
sah sie ihren Eltern zu
lernte das Netz zu werfen
Erwachsen bestieg sie
selber das Boot
ihre Tochter sah zu
Immer waren es hundert Meter
von der Haustür zum Boot
Sie kannte den Steppenwind heulen
ein fremder Mann
Der Wind liebte die Tochter
schenkte ihr drei Kinder
sie tanzte in bunten Kleidern
nahm dem Fluß das Wasser
baute weiße Flaumbällchen an
vergaß die alte Frau
und das Boot
Jeden Morgen ging die alte Frau
zweihundert Meter
vom Haus an die Küste
ihre Enkel folgten bis zum Boot
Sie stakte in die Fischgründe
lehrte den Enkeln
Fische fangen und teilen
Die Tochter gefiel sich selbst
baute bunte Kleider an
Jeden Morgen ging die alte Frau
fünfhundert Meter
vom Haus an die Küste
Ihre Enkel blieben
der Wind trug Gifte zu
fing die Fische mit bloßer Hand
trug das Netz in die Küche
Es gab nicht mehr viele Fische
Sie nahm einen Becher Mehl
buk vier Fladen
Sie mied nun das Meer
Ihre Tochter tanzte
verschenkte bunte Kleider
d
ie Enkel blieben fort

Sie sang zum Steppenwind



Sonnenblumen I


Ein orange g