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'
Die Gedankenrose


Die Gedankenrose
ein Stern aus rosa Kristall
blüht im Verborgenen

eine rote Sandsteinmauer
umfaßt einen Sommer
aus dumpfen Dunkelgrün

Das schwere Eisentor
öffnet sich nicht immer

Du mußt den richtigen Gedanken
nah bei Deinem Herzen tragen

dann darfst Du
den orangnen Kies betreten

Bernsteinklänge

Ein Rosenstock
vor einem gotischen Portal
trägt tausend Knospen
schlafend
iu der grünen Mitternacht

die silbernen Blätter singen
'auch Du wirst alt!'

und eine Knospe blüht den Stern
des heutigen Tages

versuchst zu berühren
berührst sie mit Deiner groben Hand

sie zerspringt
zerfälltx
in tausend Splitter

Ein rosa Tropfen Blut
entrinnt Deinem Finger
und dem Rosenstumpf

der ganze Strauch erglüht
in seiner Mitte
neue Gedankenrose blüht

ein Wind Dich
aus dem Garten weht

Die Pforte schließt
für immer



Muskeltonus


Kniee
Ellbogen
Handgelenke
Wirbelsäule
Fußgelenke

Muskeltonus,
Sehnen, Bänder

Begleiten mich
auf meinen Wegen
Fahrrad, kurze Wege
wie sie sich regen.

Sicher geleiten sie
meine Schritte
Tragen mich
meine Fahrradritte

Spannungsgewohnt
Endorphinbelohnt

Erfüllen sie
ohne Murren
alle Bitten
die ich an sie schicke

Leises Gleiten
meine Frau nicht zu wecken
Schnelles Trampeln
auf der Treppenstrecken

Klimpern auf Tasten
die Briefe zu schicken
Drehen am Klarinettenrand
um meiner Ohren Entzücken

formen sich die Lippen
greifen die Finger
umklammern das Schwarz
spielen so silbern

Meine Muskeln
Tag um Tag gebraucht
führen mich
im Lebenshauch.



Tausend Monde


Mehr als fünfhundert Neumonde
Quasi genauso viele Vollmonde
zogen über mich hinweg.

Werde ich die tausend schaffen?



Islam


Fünfmal am Tag beten
Knieweise Gebete scheffeln
Barfuß den Gebetsraum betreten

Rahmenhandlungen
für einen Glauben

Dazwischen:
Mütter, Väter.
Töchter, Söhne.

Gemeinsam
nennen sie sich
Schwester, Bruder

Ihre Vorfahren:
Christen, Juden
Wüstensöhne

Jede Religion zieht das Schwert

Ist es das wert?
Ist da nicht mehr
als Fanatismus
bei einigen wenigen?

Geduldig
übernahmen
die Nachfahren
der Römer
der Griechen
der Ägypter

die Namen
der Wüste

forschten weiter
bauten, entwickelten

Namen, Riten
ändern sich

doch
wenn der Mensch
neugierig bleibt

so hoffe ich.



Dem Anschein gemäß


Du denkst
Deine Haut zeichnet Dich aus
Grenzt Dich ein oder aus

Die Größe, die Dir von Geburt an bestimmt
das Kinn, die Stirn, die Form Deiner Nase

All das, was man sieht, Dich irgendwo
einordnet.

Doch ist das nur der Tisch, auf dem das Glas steht.
Im Glas, da ist das, was man nicht sieht
durchscheinend wirkt und doch Dein Wesen bestimmt

Wie eine Flüssigkeit das Licht durchbricht
es färbt, durch Blasen und Schlieren verzerrt

Ist auch Dein sichtbares Gefäß nur
Heimat einer Seele, die Dein 'Ich' einfärbt

Dafür leben, dafür sterben wir.

Das Unsichtbare, nein, was sehen wir?
Wir sehen nur das Gefäß.

Dem Anschein gemäß.



Geh Setzen!


In Gedichten nach Gesetzen suchend
die Sätze durchforschend nach Gesetztem
Wie sie heftig die Klinge des Verses
über den Reim hinwegwetzen

Zum Letzten Mahl will ich Euch sagen:
Es läßt sich um Geh-Setzen nicht klagen.



Fort


Gerade wußte ich noch ein Wort
Die Erinnerung beging den Mord
Nun ist dieses Wort auch - fort.



Das Zauberschwert


Weitwurf der Gedanken
Das Zauberschwert
das Gedanken schafft
Manneskraft

Gelobt sei
das Genom

Mein Mädchen
trägt diesen Gedanken
hinaus

Sehe ich sie an
wie kann
das sein

Sie wollte es
wollte ich es nicht?

Das Geheimnis
der Leitersprossen

Der Liebe
das die Ketten
vereint

Ein Moment
ein kleiner
elektrischer Stoß

schafft eklektisches
in Geistesschoß

Ich sah dann Haar
Ich sah dann Mund
sah die Nase
die kleine Faust
so rund

hörte
hörte dieses
kleine Piepsen

das mich einstmal
'Vater' nennt?



Schmerz


Reiß die Haut
Reiß den Nagel
daß Schmerz
wie Blut
vom Fleisch wegquillt

Das Fleisch
das meinen Leib eingrenzt
unter dem meine Seele brennt
Die blutig ist
von all dem Leben
Vergebnem Leben
Leben eben

Das Blut
das zwischem meinen Schläfen pocht
drückt sich aus dem Winkel
der Halbmondränder vor
Das mein Denken befördert
meine Verzweiflung

jeder Tropfen Blut
trug mein Denken
von der Schwelle der Gewalt
zum Lächeln

Ein Trank
in dem alles
was ich bin
versammelt ist

Wie sich meine Haut entblößt
ist
was mich aus der Hoffnung stößt

Hoffnung
Liebe
Schmerz
Glut

steckt in jedem Tropfen Blut

bis mein Speichel
den langen Fluß erstickt



ungewordner Mond


Der ungewordne Mond beherrscht die Stille
mein Herz schleicht sich ins Dunkel heim

In diesem Schwarzen schmerzen meine Träume
schmerzen mich hinunter bis aufs Bein.

Ins Schatten sind meine Wünsche verschoben
dort verlassen mich die süßen Träume, nein

sie nehmen Honigsaim in meine Wünsch hinein
Wie Wespen stechen sie mich um der brutalen

Süße. Wenn mich doch nur diese Nacht verließe
ließe ich sie nicht zu mir hinein.

Wie des Himmels gemeine Helle den Tag bestimmt
das Dunkle des Mondes von mir ninmt

Das Dunkle, Stonehenge, wieder klein, vereint
mit dem Sonnenpunkt - nein, ich will nicht wieder

von tausend Wespen totgestochen sein.



Spanische Grippe


Es macht sich in Mexiko das Schicksal auf
es sucht sich den einen oder anderen aus
"Schweinegrippe" springt von Mensch zu Mensch
sprengt Grenzen, springt zum nächsten Kontinent

Vielleicht sucht diese Malaise auch mich noch aus
Bin ich doch schon wegen einer Erkältung zu Haus.
"Spanische Grippe" vor hundert Jahren
vernichtete Menschen in Millionenscharen

Bisher hab' ich das Leben noch überlebt
Mal sehen, wie es morgen um mich steht.



Herzinfarkt


Für seine Mutter war es ein Herzinfarkt
Für mich selber entstand daraus eine Psychose

Weißt Du noch, wie es damals war?
Wird er diese Zeit romantisieren?

Seine Drogensucht? Seine Wucht
auf kleine Kinder zu schießen
mit einem hart aufgepumpten Lederball?

Werde ich ihn in zwanzig Jahren
wenn ich dann einmal über sechzig bin

an den Ufern des Inn erkennen, bärtig
von der Flasche den Alkohol voll drin?

Wird er eine Laufbahn starten
die ihn nach oben führt

Wird er ein Handwerk erlernen
für das man sich nicht prostituiert?

Seine Freunde haben ihn lange gehalten
Der beste Freund eines Drogensüchtigen
ist eben der Geschäftsmann
sein Drogendealer.



Ausdehnung einer Seifenblase


Wenn das Weltall sich ausdehnt
wo hinein dehnt es sich dann aus?

Sind wir die Lebewesen
auf einer Seifenblase
die mit Luft von außen

aufgeblasen wird?



Krieg ist Krebs


Krieg ist Krebs, Krieg ist Aids.
Er beginnt, indem
man die Zentren der Wahrnehmung
betäubt
sie entfernt
und sich
an ihre Stelle setzt.

Dann bricht die eigentliche
Geschwulst
aus, die sich fortgesetzt
sämtlicher Maßnahmen
der Abwehr
widersetzt, überrennt
und sonstigen
Widerstand
hemmt.

Sie wächst
in den Köpfen
derer,
die noch nicht orientiert
sind.

Hat die Geschwulst nun
eine gewisse Größe
erreicht
Leitet sie den eigentlichen Angriff
ein.

Alle Meldungen des Gesamtkörpers
sind nun gefälscht.

Willenlos
ordnen sich alle Beteiligten
des befallen Körpers
unter

verbreiten erst
mit Gewalt
ihre Vorherrschaft
und
versuchen dann
die Köpfe der Eroberten
zu gewinnen.

Da dies nicht immer gelingen kann
und nicht Befallene sich wehren werden

vielleicht auch
weil sie bereits ein eigenes,
im Grunde
gleichgesinntes Anliegen haben

Muß die Krankheit letztlich scheitern.

In dieser Zeit aber hat sie bereits
so viel
zerstört

daß ein hoher Preis
für eine Ideologie
zu bezahlen ist

die menschliches Handeln
nach willkürlichen Regeln
zu steuern meint

in Wirklichkeit
damit auf die eigene
Zerstörung
hinarbeitet.

Denn: es lohnt sich
nach menschlichen Regeln
mitmenschlichen Regeln
zu handeln

da hier Beharrlichkeit
dem Krebs
der Krankheit
keinen Raum zum Wachsen

läßt.



Nazi-Gespenster


In meiner Kindheit
waren die schrecklichen
Nazi-Gespenster
alte Leute
wohlsituiert
berentet
in hohen Stellungen orientiert

Eine furchtbare Energie
ging von ihnen aus

Selbst der einfachste Alte
in der Straßenbahn

war feindlich
eingestellt

Welches Jahrhundert, welche Welt
hat sie da hinein getrieben?

Sie zählten die Toten
die sie vom Leben nahmen

Die Schönen, die Jungen
die alten Damen

die alten Herren

Eine Ideologie
unterm Hakenkreuz?

Für mich waren's
bösartige Alte.



Leibeigene


Die Wünsche wachsen hoch
verunkrauten
den eigenen Garten

Aus der Einsamkeit heraus
der Bedeutungslosigkeit

Mehr zu werden

Mehr
nach den Vorgaben
der Werbeindustrie
die die Freunde verbindet

mit gemeinsamen
neuen
Themen
Artikeln

Themen, die Gekauftes
nach Werbevorgaben
Umgestaltetes
beinhalten

Wesentlich Neues
gibt es nicht

Alles gewinnt
nur noch neue Form
vielleicht an Geschwindigkeit

doch der genannte "Fortschritt"
schreitet
in die Herzen ein.

Läßt sie Schulden aufnehmen
Verbrechen begehen

Die Forschenden
Die Schaffenden
des Neuen

Neue Wünsche braucht die Wirtschaft

treiben viele
in eine lebenslange Leibeigenschaft
ihrer Schulden
ihrer Wünsche

Wünsche, die von außen
aufgedrängt
selbst herausgesucht
selbst unterschrieben werden




Geh Wissen!



Wahn


Viele Generationen
durch Geburt
durch den Zufall
durch einen Eintrag
in einem Kirchenbuch
in einer Behördenregistratur

wurde ein grausames Lottospiel vorbereitet

Das, wofür Du am wenigstens kannst
hat Dich dafür schuldig befunden
Geboren zu sein.



Schuld


Schuld
Verstrickung in Schuld
ist häßlich abstrakt
doch furchtbar einfach

Mit einer Kaufentscheidung
fällen wir heute das Beil
über Existenz
über Nichtexistenz

von Menschen
von Lebewesen

von Wirtschaftsräumen
von Lebensräumen

Das '+' vor dem Wachstum
ist unser Kreuz

das wir anderen
das wir der Erde

aufbürden.



Die Welt umschlingt mich


D
ie Welt umschlingt mich
in tausenden Sternen

Die Welt verführt mich
mit Millionen Fernen

Die Welt zerrt mich
ans gleißende Licht

Die Welt deckt mich
wenn Winter anbricht

Die Welt findet mich
in meinem Schädel

Die Welt verlangt nach mir
tagtäglich

Ich will sie nicht.
Ich kann sie nicht haben.
Ich nehm ihre Gaben.



Liebe sieht


Liebe
sieht nicht das Hässliche

Liebe
sieht nicht das Vulgäre

Liebe
sieht nicht das graue Alter

Liebe
sieht nicht die Armut

Liebe
sieht nicht das Verbrechen

Liebe
sieht nicht die Krankheit

Liebe
sieht nicht den Tod

Liebe
sieht das Schöne

Liebe
sieht die Not

Liebe
sieht das Leben

Liebe
sieht das Wahre

Liebe
sieht das Gute

Liebe
sieht

sie sieht
was sie sieht



Mißbrauch


Keine Erwartung zu haben
Kein Leuchten der Hoffnung
Kein Ziel, nur viel
Haushalt, Ordnung

Masturbieren
vor dem eigenen Sohn
was macht das schon
er vergißt es ja

Vielleicht hat er es
auch gar nicht gemerkt

Die Hand rührt unterm Bett
sie rührt sich im Zentrum
der Liebe
nicht kinderbestimmt

Ich wollte weg.
Ich wollte nicht dahin.
Das Blut der Periode
Manchmal wünscht mich zu Tode.



Sukru Yagci


Seine Bürde
raubt mir nicht mehr
die Würde

Seine Bürde
würde
wieder zuschlagen

Wie oft wurde er
geschlagen?

Wie oft hat
sein Vater zugeschlagen?

Hat er das getan?

Der Erstgeborene
er läßt nicht los

Er kann nicht weg

Er bleibt
in seinem
seelischen Dreck.


im Schnee


Es ist ein anderer Planet
dieser heißt mich willkommen
Vor Wochen noch stand ich im Schnee
Frühling hat wieder gewonnen



reiner Frühling


Kein Multiversum
Kein I-MAX-Kino
Keine HD-Auflösung

pure Natur
reiner Frühling

Panoramascheibe voll Leben
da brauche ich keine Hochauflösung

Dies ist mehr als Information
es ist Liebe, es ist Leben.



Blüten über frischem Grün


K
aum noch
erinnere ich mich

an Grau
an Schwarz
an Weiß

Meine Augen
sind verzaubert von

Blau
Rosa
Purpur

wie Teller
schweben Blüten
über frischem Grün

eine Ebene
die der Winter
verbirgt



mein kleiner Stern


Der nächste Stern
rast durch die Galaxie

Alpha Centauri

er nimmt einen ganz anderen Weg
ganz anders denn die anderen

Er kommt näher
wird mich passieren

Ich verharre

mein kleiner Stern
in den Alpenzinnen

pendelt hierhin
pendelt dorthin

ich kann nicht zu ihr

Es fehlt

an Geld

Es fehlt
an Mut



Der Tod ist schnell


G
anz nah dran
ganz nah

Der Tod
ist schnell



Ort(h)ografie


Es krieg emkor eine mordische Hasse
Sie schulderte ein schlafes Schwelt
Dem Fühler empflog es sich in erster Krasse
Der fühlte nicht, der krieg emkor

Mit faßversetzter, krollender Brete
jagte der Fellfühler die Kruden dahin
schor ewigen Zieg, wer ihn an Fasse
schlitt in fremde Ränder hinein

Am Ände ervaste ihn das Tricksaal
Brausäure, Breikugel schlugen voll zu
Verbrannte das Pomböse, ab in die Erbe
Die Rasche floß der Mordsee zu.



Ein langer Weg


Aus einer Kugel
von x hoch x Jahren
kommen Strahlen
für Dich an

Sie taten
den Weg
der langen Zeit

nur um Dich
als Zentrum
der Welt
zu erfahren



Dali im Reiten auf Stelzen


Leere
im digitalen Inferno
ist
noch nicht gelöscht

Das Feuer brennt
wie weißer Winter

wie weißer Hintergrund
des Programmes 'Text'

Pixelzerflossen
ein Dali im Reiten

Auf Stelzen,
die binär

die Schalter zeigen
die wir nicht sehen

über die wir gehen

die uns nützen
die uns beschützen

Die Leere
im ungewordnen Silikat



Steigen des Eignen


Es ist wie ein Pflaster
auf einer großen Wunde

Das Grau, das bedeckt das Bunte
Hitzeglast ersetzt seit Wochen

den dürren Seidelbast, kahle Zweige
die Vogelgeige spielt ungehabtes Lied

Die Wunde, sie dräut in meinem Auge
das saugt sich an grünkleinen Wundern fest

Jetzt erst annehme ich die weiße Blüte
die rosa, und purpur, meine Liebe verletzt

Im Sterben der Jugend nahm nur Funken
mein Leid im Dunkeln des Frühlings, der

funkelt nun wie Steine des Adamas
fliegen die Glitzersteine, im Blau

des samtweichen Waldadernbast
berühren die Dinge, die zeigen

mir ein Steigen des Eignen
in der zugewiesenen Last.



Welten im Wandel


Worte bewegen mich wie Welten im Wandel
verlange nicht nach Ehre, Geld und dem Handel

Die Welten umtreiben mich spät wie die Worte
was ich nicht schreib, empfind ich wie Morde

am ungeborenen Satz, vorvergessenem Gedicht
Ihr seid nicht meine Kunden, meine Bittsteller nicht

Worte wie Löwenzahnflocken setzen Glanzlichter auf
verbreiten die Blumen aus meiner Welt hinaus

Wie ihr sie lest, wie ihr sie findet, ist eine Chance
zu sein, zu verworten mein ingeborenes Selbst.



Herren mit Verstand


700 km im Wasserburger Kreis
durchfahren sie
mit BMW-Motoren-Fleiß

Das Auge ist wach
es sieht
zugedrückt
wenn's um Kleinigkeiten geht

So viel Zeit
so viel Finanzen
sind nicht gegeben

Sie haben mir Wochen
ihrer Zeit geschenkt

Sie haben sich wirklich
hier hineingehängt

Eine kleine Clique
drei Türken, drei Deutsche

verbrannten hier die Herzen
versetzten hier in Schmerzen

was für Frieden bestimmt
Nun sind sie 'ruhig' gestellt

Pflegen doch, dennoch
trotzdem
ihre Drogenwelt



Flasch' Bier


Er würde nie Bier
in ein Laufwerk schütten

Er entkorkte nie
daran eine Flasche

Nie, nie würd er dafür sorgen
daß sein PC langsam laufen kann

Doch jeden Tag
zerstört er sein Bestes

Das Gedächtnis, die Seele
nennt es 'Hopfenblütentee'

Zerstört sich die Leber.
Zerstört den Tempel

den Gott ihm gegeben

Sagen wir so:
Er verschüttet es eben.



Magdalena


Wie oft bin ich
nach Dubrownik gefahren

habe mich nach den Küsten gesehnt
habe in der Stadt
das blaue Meer umfahren

Dornen
wo einst die Rose prangt

Gischt
hat mir die Sicht verrissen

Harter Wind
machte mir die Haare grau

könnt ich nur wieder
im Frühjahr
nach Dubrownik fahren

Magdalena,
Dir wär nicht so kalt.



JA SPINNT IHR DENN?


Kämpfen
für eine bessere Zukunft der Kinder

Die Zeit der Kinder
sie ist jetzt

Pflegt
die Gegenwart

Gießt das Pflänzchen
jetzt

Versprecht nicht Ruhm und Glanz
Redet nicht von Reichtum
Von Erfolg
ein wahrer Mann werden
eine gute Frau sein

Kinder sind das nicht

Pflegt ihr sie wie Eure Sparbücher
ach, vergeßt doch die

Der Moment
den ihr
an die Zukunft verliert

Sicher,
alles muß funktionieren -

doch seit wann
müssen
Kinder
funktionieren?

Wir sperren sie in Zeitpläne ein
Wir drimmen ihre Gymnasialzeit
Intelligenz, Leistungsfähigkeit

FUNKTIONIEREN?

JA SPINNT IHR DENN?



Verlaufen


V
erlaufen
kann man sich mal

Verlieren kann man mal
ein Kind

Vertrauen
kann man nicht mehr
wieder herstellen

Was zerstört ist,
was zerstört ist.

Umlagen
auf die Sparbücher der Kinder
Steuern sparen

Bausparverträge pflegen
an einem Eis sparen

am eigenen Hunger sparen
ein Eis kaufen
freut sich das Kind
sie nimmt sich
- darf ich mal -
fast die ganze Kugel

ein Schlag
der Daumen blau
die Musik spielt nicht mehr
hat sie je gespielt?

Lange
hatte ich ein schlechtes Gewissen

Jetzt
will ich mein Eis zurück.



Sonnenfinsternis


Einmal in unserem Leben
waren wir auserwählt

Der Schatten des Mondes
erwies uns seine Ehre

Flackernde Lichter
begleiteten uns im Hof

Stille der Vögel
Geschrei der Kinder

Sukru Yagci
war noch ein Kind

er hatte mich noch nicht
geschlagen

hatte vielleicht
seine Freunde geschlagen

noch war ich blind
Ich konnte sehen
und sah doch nicht

daß für diesen
Zehnjährigen

eine lange Finsternis
angebrochen war

Wie schwer es ihm fällt,
die Wolken beiseite
zu schieben

Der Schatten des Mondes
wohnt in ihm fort



Vibrationen


V
ibrationen
tief im Genital
Hunger
nach einem Mal
Ein Mal
zu setzen in die Zeit

Noch einmal?
Die Wahl
steht schon lange fest

Sand verläuft
durch das doppelte Glas

Betrüge ich es?
Drehe es einfach?

Das eine Ei
das andere Oval?

Die Schönheit in der Stimme
sie zerbricht das Glas

Zerbricht sie mich?



Verantwortung


Einfach wie einst
wird es nicht mehr
Verantwortung
hatte sie
habe sie
habe sie
abgegeben

muß sie pflegen
die Verantwortung
für das kleine Mädchen
meine Frau
die so groß sein will

Ich bin still
Lächle
Beruhige
Streichle
liebe sie

Doch nie
bin ich
ohne sie.


Verse, wie ich sie schreibe


Verse, wie ich sie schreibe
untertreiben, übertreiben
ehrlich, unehrlich
schreibe sie
dahin

Sie sind
wie meine Fußspuren
Im Sand
am Rand
eines Ozeans

Die nächste Welle
holt sie sich

Neues Blatt, neuer Strich
Sie vergehen,
vielleicht auch nicht.



When a man loves a woman


Da
wo die Lust hingeht
da
versagt der Verstand
der
der Verbrechen begeht
ist
nicht Herr seiner Hand

Den
Verstand zu regieren
heißt
die Schritte zu lenken
heißt
die Blicke zu lenken

Denn
nur wer treu sein kann
der
stellt sich richtig an
wenn
er seine Frau wirklich liebt.



Fluch der Wallstreet


Einst
so heißt es
sprangen sie
wie Heuschrecken von den Dächern
den Schrecken ungedeckter Schulden
papiern in den Taschen

Einst
so heißt es
glaubten sie den Aktienillusionen
nicht mehr
sie glaubten
den Verführern
sie hatten
auch keine Kolonien mehr

Sie glaubten der Illusion
des Sieges
des leichten Geldes
Sie glaubten der Hallizunation
eines nie gewesenen
Kriegshelden

Fielen wie Heuschrecken
in Europa und Afrika ein

Heute
glaubten sie wieder
an die Illusion
des schnellen Geldes

Sie eroberten mit Schulden
ein Firmenreich
nach dem anderen
mit ungedeckten
illusionären
halluzinatorischen
Wertpapieren bestückt

Jetzt
ist dieses Papier

Gift

an dem mehr als eine
Heuschrecke
erstickt

Keine Illusionen mehr?
Kein schnelles Geld?
Eine solide Finanzenwelt?

Wall Street:
Stehen an der Wand,
Bulle, Bär
Ochs am Berg
Kastriert
der Stand
der Weißen Kragen

Es brechen neue Geister auf.
Sie rechnen neue Züge aus.
Wie man aus dem Gift
ein Antiserum zubereitet
tanzen
um den
Hexenkessel




Weil wir es selbst nicht verstehen


Warum, warum
allein gelassen?

Warum, warum
muß ich hassen?

Die schwarze Zeit
die Leidenszeit

Deiner Depression

verbrannte
Kinderseelen

Dein Wahn
Deine Manie

Du verstandst es nie

Immer hast Du es verstanden
Schuldige zu finden

statt Dich selbst zu ändern
selbst zu hinterfragen

Vieles hast Du uns gegeben
doch die überschwellende Schale

nach oben gezogen
von Deiner Leidensqual

von Mal zu Mal
Du armes Kind

weil wir Erwachsene selbst nicht verstehen
warum so schwach, wie wir, es sind.



Gutes in der Religion


Selber ist man gut.
Die andern immer schlecht.

Drum glauben die, ans Gute,
ans Gute in der Religion.

Obschon
sie durch Gewalt gestorben.

Masochismus,
die sich selbst
verletzten

nicht benutzten
der Mittel Medizin

Sie starben
"freudig"
dahin.

Dienst am Gott
ist immer
Dienst am Menschen

Tempeldienst
ist Götzendienst

Höher schätz ich den,
der nicht nach
goldenen Kirchenschätzen

sondern zum Hilfsbedürftigen hin
sich verwendet.



Urteil der anderen


Ergib Dich dem Urteil der anderen Nie.
Für sie trifft es zu - nur für sie.

Womit sie Dich quälen, für den Augenblick
quält sie selber, hindert sie, am Glück.



Ein ewiges Leben


Ein ewiges Leben
Es kennte für mich
keinen Schlaf
keine Langeweile
immer nur

Interesse
Hinwendung
Hingebung

Liebe

für die
die man liebt
einen steten
Sonnenschein
Frühlingserwachen

Kinder
würden
für immer Kinder sein

S
elber
wär ich noch ein Kind

Du
auch.



Popularität


Sie werben
um ihre Popularität
Werben
um das Geld
das
ihnen für ihre Worte
auch zusteht

Dichter
Autoren
Redakteure



Kreationisten


Kreationisten
Damit ihr es wißt:
Gott
gibt es so nicht

Gott hat alles gegeben
Vielleicht auch
den Anstoß zum Leben

Dabei, seine Absichten
waren nicht bestimmt.

Wie Er uns
zum Bösen gewähren läßt -
auch dazu haben wir ja die Chance -

hat Er
der Natur
also sich selbst
die Freiheit
zum Probieren zugestanden.

Habt ihr verstanden?



Die oberste Ebene


Die oberste Ebene
ist die wahre Ebene
siehst Du sie an
bricht sie zam

All die Ebenen
ganz tief darunter
stolperst Du
wirst Du dumber

Hängst an Drogen dran
Verschiebst krumme Sachen
bist korrupt
mißachtest Sicherheit

All diese Ebenen
für mehr Geld
für mehr Lust

Zerteilen die Welt
Was für ein Frust



Treue


Treue
ein seltsames Spiel
der Reue
verlangst Du zuviel
freue
Dich an Deiner Liebe
scheue
nicht Dich hinzugeben
neue
Horizonte öffnen sich
Gräue
in den Haaren
Treue
in all den Jahren



Glasperlenspiel


Handeln und Schieben
Schmuggeln und Dealen
Transportieren
Verhandeln
Rauben
Verschandeln
Alles Spiel und Tand
Ein Mancher will nicht
ins Glasperlenspielland



Liebe macht blind


Liebe macht blind
Blind kann man sehen
man kann sehen
daß man nicht sieht

Herr Deiner Gefühle?
Wohl kaum.
Doch: Situation
schafft Chancen.
Suchst Du sie?
Vermeidest Du sie?

Nur wenn Du selber
Dein Streben siehst
kannst Du wirklich lieben
Nicht
wenn Du nur glaubst
zu lieben.



Ein Anspruch auf Seele


Liebe
hat einen Anspruch
auf eine Seele.

Lieben ohne Liebe
nur den Körper
zu lieben
läßt einen Menschen im Stich.

Es gibt nichts Schönes
wenn Du nicht liebst.

Wenn Du nur
Deinen Körper gibst

Nicht den Menschen stärkst
Nicht am Herzen wirkst

Wirst Du alleine bleiben
bei all dem Treiben.



Das Auge des Schönen


Es ist ein Unterschied im Blick
schreibst Du ein schönes
oder
ein kritisches
Gedicht

Das Auge des Schönen ist
wie ein Auge aus Glas

Das Auge des Wahren
sieht tief in das

was es schreibt

Es bewegt sich.

Es strebt
nach Durchblick.



facebook


Hier zeigt Ihr Eure Gesichter
Hier schreibt Ihr Euer Wort
Hier seid Ihr besser, wichtig
Hier seid Ihr wer: facebook.

Dann zählt ihr Eure Freundschaften
ein kleines digitales Signal
Gespeichert als digitus Finger
ein Byte nur, doch für Euch das All

Dieses Byte macht Euch geschäftig
Wichtig seid Ihr an diesem Ort
Ein Bild aus der Digitalretorte
Fort seid Ihr, niemals dort.



Zerrissen


Es fliegen keine Briefe mehr
den Menschen viel zu schwer
Schreiben auf Papier

Es fliegen keine Grüße mehr
dabei die Herzen ach so schwer
es fehlt ein wahres Wort

Es fliegen keine Küsse mehr
sie fehlen den Menschen sehr
das Gefühl geht fort

Es warten keine Menschen mehr
es fliegen keine Briefe mehr
Zerrissen Herzensort



Aus dem Schatten


Aus dem Schatten
trat ich ins Licht.

Begann mich zu wehren
entzog mich nicht

der Gewalt der Worte
der Eierwürfe
des kotbefüllten Briefkastens

Nicht der Spucke eines Lesik
Nicht dem Spott eines Tschabans

Wich nicht
Yagcis Fußballwahn
Sukru, Alper und Alpay

Wehrte mich mit einfachen Kontern
der Scheinintelligenz
eines Serafin Schober

Belächelte sanft
die Dummheit
Denis Anzingers

Heute sind sie
an den Strand geworfen

Finden sich nur schwer zurecht
Sie haben mein Mitleid
doch gut fühle ich nicht
Sind sie doch immer noch schlecht.



Abgeworfen


Ruhig liegt der Rheinstein
im Bett seines Flusses.

Ruhig streben die Wälder
dem Himmel, blau, zu.

Wir Menschen ergeben uns
täglich Genusses

Von Unruhe spüren wir
keine Spur

Während Kleinplaneten
Bahnen verlassen

Magma in Kammern sich
den Weg nach oben bahnt

Meere darauf warten
zu steigen, zu fluten

was wir, im Öl-, Kohle-, Fieberwahn
daran gebaut

Schauen wir zu den Sternen hinauf
zu den Wurzeln im Boden

Sagt uns die Erde:
"Heute seid ihr erlaubt."

Dann, sind wir abgeworfen.



Das ist unsere Welt


Mit unseren vielen Kleinigkeiten
den wenigen Großartigkeiten
die wir aufschreiben, dokumentieren

filmen, fotografieren

Machen wir unsere Welt
uns bewußt.

Nicht seit langer Zeit

erst in Ton gestichelt,
dann, Strich für Streich
auf Papyrus
in Farben angerührt

in beweglichen Lettern
der Weinpresse zugeführt

Offset, Tiefdruck.

Kathodenstrahlröhre

Pixelgeflimmer

Sind wir selbstbewußt:
"Das ist unsere Welt!"

Sie schüttelt sich.
Die Menschheit fällt.



Die eigenen Kinder


Als die Fische starben
meinten die Menschen
es geht schon gut

Als die Wale starben
sagten die Menschen:
"Na, gut."

Als die Vögel vom Himmel fielen
behaupteten sie:
"Es läuft doch alles."

Als Afrika leer von Wildtieren war
"Wir haben das ja schon vorher gewußt."

Als die eigenen Kinder nicht mehr zur Welt kamen
fingen sie zu feiern an.



Im Land der Warenströme


Im Land der Warenströme
des Einkaufrausches
ist Überleben
nicht mehr eine Frage
der Anstrengung

Es geht um Flachbildschirme
Navis, Digitalkameras
MP3-Player
Feinstes Aas

Die Füße
sie tragen nicht mehr
Jeder Weg
ist motorisiert

Im Land der Warenströme
fließt das Glück
statt Milch und Honig
aus den Monitoren

wie im Zoo
stellen wir dahinter
die Armut der Welt aus.



Sarkophag der Ferne


Brechen wir einmal zu den Sternen auf
schicken wir einen Sarkophag in die Ferne?

Finden wir ein großes Portal
zum schönsten Planeten der Sterne?

Mit wenigen Schritten bin ich
an einem uralten Baum.

Nicht weit, und finde mein liebstes Herz.
Nicht zu den Sternen, zur Liebe will ich.

Zur Liebe, nicht zum Schmerz

der Ferne
der Einsamkeit

einer Raumstation

Planetengewohnt.



Geduldig


Geduldig baut die Erde Schicht um Schicht
was die Sonne mit Licht dem Boden düngt.

Nur der Mensch wehrt sich in uralter Pflicht
gegen das Türmen von Gebirgen.

Er räumt die Straßen leer, den Weg ins Gebirge
unter Felslawinen verschüttet, zugrunde gerichtet.

Geduldig türmen sich Grassoden auf,
von Antilopen, von Ziegen gefressen

Die Wurzeln brechen den Boden auf
von der Flut ist ein Dorf überspült.

Noch heute sind wir so viele
Doch wenn wir einst wieder wenige sind

Führen nur Pfade ins Gebirge
Trümmerberge, wo heute Städte sind.



Erz


Mit Sternenherz
Mit Eisenerz
fügen wir der Erde
Schmerz
um
Schmerz

hinzu.

Erz: Dein Blut, das bist Du
was an Eisen gebraucht.

Alles andere

ist, was ausgeraubt.

Bohren wir der Erde
tiefste Wunden

Fügen wir den Wäldern, Seen
Schrunden

zu.

Für einen Moment
zweifelbehafteten Glanz.



Ruhig


Ruhig, so schläft diese Erde
Sie träumt einen langen Traum
Während ihren Rücken die Menschenherde
zu erobern gewohnt beraumt

Einmal, da dreht sich die Schlafende
Ihr Bett bricht im Tiefsten auf
Sie schüttelt die Liliputaner
macht einen neuen Vorhang auf

Damit dieses dumpfe Theater
das diesen Planeten leerräumt
Ein Traum bleibt, nur kurz
in der Zeit emporgeschäumt.



Geschäft


Ein Angebot an Euch, die wenigen:
einen Planeten schenke ich.
Einen Planeten, um Euch zu begegnen
wie Jupiter, am Himmel steht.

Dort könnt ihr jagen, toben
Euch gegenseitig morden
Riesenreiche aufbauen
ohne einen einzigen Toten.

Doch verlaßt meine kleine Kugel
Verlaßt ihr zerbrechlich Blauglas

Es gibt nichts mehr zu erobern
weil ihr nicht mehr hier herpaßt.



Eroberer


Nicht weil ihr die Kriege gewonnen
die ihr geführt
Nicht der Toten wegen
die ihr im Leben angerührt
Nicht um des Blutes, der Schreie willen
Nicht Eurer Gewaltorgien wegen

Nein, weil Handel, weil Liebe
weil Arbeit, weil Flucht
weil Hoffnung und
Wille zum Leben
Menschen bewegten

Darum, nur darum lebe jetzt ich.



Ihr Sturm


Ihr Sturm hat sie vorangetrieben
Ebenen-, planetenweit
Die Toten hatten sie vorangetrieben
Tot, für alle Zeit.

Den Schlamm, den Dreck in Kauf genommen
spritzendes Blut, stinkende Eingeweid
Kirchen, Tempel hernieder gerungen
Hunger nach Gold, Ruhm, Freiheit?

Seit das Metall aus den Bergen geflossen
der Mensch Bronze, Stahl schmieden kann
Pferde ihn über die Welt hintragen
Sägt er stetig am eigenen Stamm.



Die Vielen


Ich denke an die Vielen
die heute nicht mehr sind

Danke, an die Vielen
die mir geblieben sind

Ich kenne ihre Namen
vergesse sie dann doch

Mit Euch gefreut, gelitten
auch aus den Augen schon verlorn

Die Zeit möchte ich bitten
daß Gutes ist geworn

Nach Leben haben wir getrachtet
Nach Freude auserkorn

Habt ihr gelitten?
Was ist aus Euch geworn?

Wie Traum fallt ihr vom Baum
des Lebens. Gekannt hab ich Euch kaum

war das Streben stets vergebens?



Veit Eberl


Nach Ruhm hast Du getrachtet
öl auf Leinwand aufgetragen
Gitarre spieltest Du
Kriminalromane waren Dir
Muse zu schreiben.

Alle glaubten wir
an Dich
Hofften, daß Du gewinnst

Peter Makkay kannte Dich
Klassenkameraden
bis Peter Maffay Dich
vergaß

Wir vergessen Dich nicht.



Gottfried Spitzauer


Blonder Jüngling
geschlitzte Ohrläppchen
eine Kippe in der Hand

spitz die Lippen
spitz die Kommentare

Fantastische Illusionen
nachts auf den Roten Platz
Moskau
und zurück

Angekommen bist Du nie
Doch sehr wahrscheinlich
bist Du jetzt dort.



Die Toten


Die Toten -

Der Wind hat sie aufgenommen
im Wasser sind sie zerronnen
Natur hat sie wieder gewonnen

Sie vermisse ich

weiß noch nicht einmal sicher

ob es stimmt

aber daß es so kommen wird

Freunde

daß ich Euch einatme
daß ich Euch trinke

werde auch ich einmal
zu denen gehören
die wir - so - vermissen?!



Wünsch Dir was


Wünsch Dir was,
sagt das Öl.

Ich erfülle es Dir.

Wünsch Dir was,
sagt die Kohle.

Ich erfülle es Dir

Wünsch Dir was,
sagt das Gas.

Ich erfülle es Dir.

Den Planeten umsponnen
die Wünsche vernetzt
Licht am Weltallrand

Glitzern

Wie wir glänzen.



Liebe II


Wir wollen lieben,
leben.
Haben Angst zu geben,
jedoch nehmen.
Das Glück in unserer Hand,
Sand
die Zeit verrinnt
Liebe spinnt
ein neues Netz
Zuletzt
sind wir allein.
Nähmen wir nicht gleich
die Hand
Reich
wären wir dann
Halbes, nicht Ganzes
ist was fasziniert
Selbst
im Ganzen
ist Liebe
was verliert.



aus den Jahren 2003 - 2004

sprit


Aus Adern ein Baum
Wolken aus Fleisch
Nerven wie Blitze
ein Donner
der menschliche Geist





Die Formbare


Erde - die Ungeformte
Ton - der Formbare
Stein - die Formen darin
Stahl - was der Mensch damit tut.





Der Winter, ein Dieb


Der Winter ist ein Dieb
stiehlt die Farben die ich lieb
Schenkt mir dafür das Weiß des Schnees
das Weiß der Ferne
das Eis vom See
das Weiß der Sterne
alles weiß, wohin ich geh.





Kakadu am Titicacasee


Da, du Kakadu am Titicacasee,
mag du Kakadu Kakao?
vom Kakadu, du Kakadu?





kein freier Gedanke


Verletzlich, verletzend
Entsetzlich, entsetzend
Vergesslich, vergessend
Besetzend, besetzt
kein freier Gedanke
keine gedankliche Freiheit





glücklich machen


Glücklich sein
und
glücklich machen
das ist der Sinn des Lebens

Gibt es nicht
und gibst Du nicht
ein Lächeln, ein Lachen
ist alles, alles Streben
längst vergebens


Datum unbestimmbar, von einem Zettel


Morgen


Morgen - ein Berg voller Sorgen.

Heute, ein Meer voller Leute, die -
gestern -

in Sorgen um das Morgen waren.




noch nie Angst gehabt


Hast Du noch nie Angst gehabt -
daß Du eines Morgens erwachst
und nicht mehr Du selber bist?

Daß ein anderer Deinen Kopf bewohnt
Deine Erinnerungen kennt?

Daß Dein Körper wie ein lebendiges
Gefäß
weiter funktioniert
aber keiner - Du - mehr darin bist?

Daß Du alleine in einem Körper bist,
und alle anderen leer und hohl?

Du hast an größerem Teil,
als Du annimmst -
Wenn Du anzunehmen verstehst.

Das ist Gottes Geschenk an Dich.




ein Versuch Gottes


Jeder Mensch
ist ein Versuch Gottes
hin
zum Guten Menschen




zwei Kometen


So weit wie zwei Kometen
von der Sonne
sind wir
beständig
nähern uns ihr
um uns im Perihel
zu treffen
dann gleißen wir auf
davon
entfernen uns
von einander
auf ein ewiges
Wiedersehen




Triumph


Es gibt mehr Trauer
als Triumph
auf der Welt




Krank


Wir finden für jede Krankheit ein Medikament,
doch immer noch keines gegen den Krieg




Die Erde weint Blut


Die Erde weint
sie weint Blut
das tut sie gut

Gutes tut
der Mensch
da nicht
weil ihm an Trauer
für die Liebe
gebricht



1000


Stolz war meine Schwester
ließ mich bis tausend zählen
als noch die Ewigkeit
von 100 Jahren
minus drei
vor mir lag.

Ich erinnre mich
die ersten Schritte
tat ich arithmetisch
am Ende
flüchtete ich mich
holprig
ins logarithmische

Meine Gedichte
kann ich heut über tausend zählen
doch meine Schwester
interessiert das nicht.



allein


Die Gruppe sortiert
Hackordnung
steh alleine
fühle Dich gut

ohne das Urteil
ohne die Hätze

nichts ist wichtig
was die anderen sagen

Beladen mit Last
jedem sein Leben

Leben verbieten?
Na gut,
dann lebe ich eben

allein.



Das Puppentheater


Das Puppentheater
vergangenen Zorns

zelluloidgebannt
Tote stehen vorn

an einer Front
zwischen Mensch und Mensch

Leg den Streifen
doch nochmal neu ein

Jetzt leben sie
dann sind sie tot

Wirklichkeit



Auf den Koran berufen


Der Koran hat sie berufen
auf ihn berufen sie

ihre übelsten Taten
exekutieren sie.

Sie seien Gottes Gerechte
Rache für Schande verüben sie.

Ihre Taten sind Schande
für Krieg stehen sie.

Kein langes Leben
hat dieser Zorn

Wie gehen diese Menschen
zukünftig damit um?

Vom Faschismus hat jeder gewußt.
'Mein Kampf' hat es so beschrieben

wie es dann geschah.

Legt man aus, was im Koran geschrieben
nimmt man das Üble für Gutes wahr?

Kein Buch, das Leben regelt
soll stehen für Krieg

Es gibt kein Siegen.
Es gibt keinen Sieg.



Blick zu den Alpen


Drei Tore hat die Stadt

am Roten Turm,
am Schlachthof lang

die rote Brücke
führt am Inndamm
den Fuß über
den grünen Drachen

Die Bahn
setzte das letzte Signal

aus Schotter und Kies
strebt ein Bogen
parabelgleich

über die Wogen

Gehst Du durch diesen hindurch
erblickst Du die Insel

vom Inn umflossen
der den Stau stürzt hinab

Der Kies führt am Ufer entlang
an Brombeeren, Uferwaldstamm

Seit 2004
sind die Kiesel festgetreten

Sie träumen noch
vom Filzenexpress

Dort träumen noch
Blüten und Vögel

Eschen wurzeln hart im Geleis

Die Stille des Stausees
Blick zu den Alpen

wieviel Jahre noch?



Das höchste G